• Party? Erst in Stuttgart!

    Melanie Jayne Chisholm wurde 1974 geboren und schaffte es 1994 gerade noch so ihre dreijährige Tanzausbildung am „Doreen Bird College of Dance, Music & Theatre Performance“ abzuschließen, bevor sie als eine von insgesamt fünf Mädels für eine bzw. die Girlband schlechthin gecastet wird: die Spice Girls. Seither kennt man sie auf der ganzen Welt als Sporty Spice bzw. Mel C. Mittlerweile hat sie über 100 Millionen verkaufter Alben auf der Habenseite – ca. 80 Millionen davon mit den Spice Girls, aber auch solo ist sie enorm erfolgreich und im Mai wieder in Europa auf Tour. Neben den Erfolgen gab es mit Essstörungen und Depressionen auch dunkle Zeiten in ihrem Leben, die sie aktuell aber hinter sich gelassen hat. Als wir kurz nach Ostern telefonieren, hat sich in Deutschland gerade überraschend der Winter zurückgemeldet. Mel C klingt am Telefon genauso, wie man sie sich vorgestellt hat: richtig gut gelaunt, quirlig und null distanziert – als ob man mit seiner Sandkastenfreundin aus Kindertagen telefonieren würde… (...mehr)

  • Rock’n’Roll kennt keine Grenzen: Deep Purple

    Die britischen Hard-Rock-Urgesteine von Deep Purple überraschen auf ihrem nunmehr zwanzigsten Studioepos - getauft auf den geheimnisvollen Titel „inFinite“ - mit einem vielschichtigen, inspirierten und durchweg starken Rockalbum, das sprichwörtlich frisch und grenzenlos frei klingt. Es wäre definitiv ein würdiges Album zum nahenden Abschied, der so vielen Acts aus der großen Zeit des Rock’n’Rolls der siebziger und achtziger Jahre leider unweigerlich bevorsteht. Doch derzeit leben die Briten ihre Kreativität förmlich aus, zelebrieren diese und schicken dem Longplayer sogar den zugehörigen Film „From Here to inFinite“ voraus; eine spannende Dokumentation zur Entstehungsgeschichte des jüngsten Silberlings. Wir treffen den 1948 in Nottingham geborenen Schlagzeuger Ian Anderson Paice bestens gelaunt und gesprächig im Münchener Nobelhotel Bayerischer Hof. Das Gründungsmitglied von Deep Purple spricht offen und ehrlich über die Gegenwart, reflektiert die geschichtsintensive Vergangenheit und blickt gemeinsam mit XAVER auf eine viel versprechende Zukunft... Als einziges Bandmitglied spielte Drummer-Ikone Paice auf sämtlichen Deep Purple Alben, musizierte mit Paul McCartney und George Harrison und veröffentlichte Anfang der Achtziger zudem noch weitere, unsterbliche Hard-Rock-Klassiker mit Whitesnake (u.a. „Saints & Sinners“) und Gary Moore (u.a. „Victims of the Future“). Unumstritten: Paice ist ein wahrer Gentleman, dessen Leben die Musik ist, für die er alles gibt und immer geben wird. (...mehr)

  • Kinder, Freunde, Schottenrock: Korn

    1994 erscheint das selbstbetitelte Debut einer jungen Band namens Korn aus Bakersfield, Kalifornien. Das Album gilt als Initialzündung des New Metal, eines Genres, dass die kommenden Jahre im Metal-Bereich dominieren wird und dessen bedeutendste Vertreter bis heute auf den ganz großen Bühnen aktiv sind: Korn, Deftones, Limp Bizkit und Linkin Park. “Serenity of Suffering”, das zwölfte Korn-Album, erschien 2016 und zeigt die Band erstaunlich stark und fit. Und das ist auch ein ziemlich gutes Fazit ihrer Show in Stuttgart Mitte März. Um 23:30 Uhr beendet die Band unter tosendem Applaus ihre Show. Gegen 1 Uhr sitze ich in den Katakomben der Halle einem entspannten aber auch sichtlich erschöpften Jonathan Davis, Frontmann von Korn, gegenüber. Abseits der Bühne trägt er wohl keine geblümten Schottenröcke sondern ganz normale, bequeme Sportbekleidung. Aber: prima Händedruck, klarer Blick und insgesamt überaus sympathisch starten wir so zur späten Stunde ins Interview. (...mehr)

  • Gruselige Denkanstöße: Broilers

    Neben den Toten Hosen gibt es mittlerweile eine weitere Düsseldorfer Band, die es ganz nach oben in die Charts und auf die besten Plätze bei den großen Festivals geschafft hat. Nachdem die Broilers bereits mit ihrem Vorgängeralbum „Noir“ (2014) auf Platz 1 der deutschen Albumcharts geprescht sind, haben sie dieses Husarenstück Mitte Februar mit ihrem siebten Studioalbum „Sic!“ wiederholt. Sänger Sammy Amara und Drummer Andreas Brügge gründeten die Band im zarten Alter von gerade mal 12 Jahren und widmeten sich zunächst dem reinen Oi-Punk. Mit der Zeit öffnete sich die Band in Richtung Ska und Rockabilly und begeistert heute mit smartem Stadionrock quer durch alle Genres und Käuferschichten. Kurz nach dem erneuten Charterfolg nahm sich Keyboarder Christian „Chris“ Kubczak Zeit für ein entspanntes Telefonat mit dem XAVER. (...mehr)

  • David Lynchs Tequila-Kracher: Biffy Clyro

    Es gibt nur wenige “junge” Rockbands, die es in den letzten Jahren ganz nach oben in die Charts und auf die Headliner-Positionen der entsprechenden Festivals geschafft haben. Und die Schotten Biffy Clyro sind eine Band, der ihr „Erfolgsgeheimnis“ unleugbar aus allen Poren quillt: die schiere Leidenschaft und der Spaß an ihrer Musik. 1995 noch als deutlich vertracktere Progband an den Start gegangen, ist das Trio heute - ohne sich bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen – auch im Radio angekommen. Im Februar sind sie auf kurzer Deutschlandtour bevor sie dann im Sommer nochmal für Festivals (u.a. das Taubertal) vorbeischauen. XAVER hatte einen überaus gutgelaunten, humorkompatiblen und glücklichen James Johnston am Telefon. Und wer jahrelang dachte, dass er an sich ganz gut Englisch beherrscht, hat noch nie mit einem Schotten gesprochen! (...mehr)

  • Kreuzberger Bakterien ohne Grenzen: Kool Savas

    Kool Savas, eigentlich Savaş Yurderi, ist ein 1975 in Aachen geborener Rapper. Seit Mitte der 90er-Jahre ist er einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Akteure der Berliner Szene. Nach der pubertären Frühphase, in der er auch viel mit bewusster Provokation gearbeitet hat, ist er heute ein gereifter Erwachsener, dem auf seinem Terrain so leicht niemand etwas vormacht. Im Januar und Februar ist er auf ausgedehnter Tour und obwohl er kurz vor Weihnachten noch Urlaub macht, hat er dem XAVER Zeit für ein Interview eingeräumt. Er zeigt sich sehr gut gelaunt, völlig frei von Allüren und sympathisch; erzählt auch ein paar nicht so vorteilhafte Sachen und ist einfach ein guter Gesprächspartner. (...mehr)

  • Relativer Eierlikör: Nathaniel Rateliff & The Night Sweats

    Nathaniel Rateliff wurde 1978 in einem kleinen Dorf in Missouri geboren. Bereits mit sieben Jahren konnte er Schlagzeug spielen und brachte sich dann später selbst das Gitarrespielen bei. Nach harten und relativ brotlosen Jahren als Singer-Songwriter in denen er sich als LKW-Fahrer und Gärtner mühsam über Wasser hielt, gelang ihm 2013 mit seiner Band Nathaniel Rateliff & The Night Sweats der Durchbruch. In München fällt an diesem ersten Sonntag im November der erste Schnee, Nathaniel Rateliff (NR) ist trotzdem gut gelaunt, denn einerseits mag er Schnee und andererseits genießt er mit seiner Band die Aufmerksamkeit, die ihm gerade entgegengebracht wird. Jedes der vier angesetzten Deutschlandkonzerte ist bereits Wochen vorher ausverkauft – obwohl die Shows bereits von den ursprünglich gebuchten Clubs in größere Venues hochverlegt wurden. Spontan setzt sich noch der Bassist der Combo, Joseph Pope III (JP) dazu… (...mehr)

  • Böse Blicke in der Blase: Agnes Obel

    Die dänische Singer-Songwriterin und Pianistin Agnes Obel veröffentlicht gegen Ende Oktober ihr drittes Album „Citizen Of Glass“. Sie spielt schon seit Kindesbeinen an Klavier sowie diverse andere Instrumente und wurde 2009 fast unfreiwillig bekannt, als ein großer deutscher Telekommunikationsanbieter ein Stück von ihr in einem Werbespot verwendete. Bevor sie dann auch in Deutschland im Oktober auf Tour geht, hatte XAVER die Gelegenheit mit ihr am Telefon zu sprechen. Obel ist genau wie bei ihrer Musik, kein lauter Mensch und genießt es auch nicht sonderlich im Rampenlicht zu stehen. Im Interview ist sie anfangs recht zurückhaltend, spricht leise und ernst. Je mehr sie aber über ihr Album und ihre Leidenschaft Musik sprechen kann, umso umgänglicher wird sie. (...mehr)

  • Thüringisch in homöopathischen Dosen: Heaven Shall Burn

    Die deutsche Metalcore-Band Heaven Shall Burn hat es über die letzten 20 Jahre vom Jugendzentrum als Headliner auf die ganz großen Festivalbühnen geschafft und ist auch international sehr aktiv. Neben der Musik hat die Band auch sonst viel zu sagen: Sie sind bekennende Veganer/Vegetarier, engagieren sich für die Umwelt und halten auch mit ihrer politischen Meinung nicht hinterm Berg. Auch wenn das komisch klingt, machen sie die Musik eben nicht hauptberuflich und sind somit auch nicht gezwungen Gewinnmaximierung zu betreiben, um ihr Auskommen zu sichern. Mitte September erscheint das neue Album „Wanderer“ und begleitend spielt die Band eine kleine Club-Tour. Grund genug für ein interessantes Gespräch mit dem sympathischen Gitarristen und Sprachrohr der Band, Maik Weichert. (...mehr)

  • Die Liböö, die Liböö, die Liböö: ZAZ

    Isabelle Geffroy wurde am 1. Mai 1980 in Tours (Frankreich) geboren. Schon früh war für sie klar, dass sie Sängerin werden würde und mit sieben Jahren nahm sie bereits erfolgreich an einem Radio-Casting teil. Nach einem Studium und einer Zeit mit der Latin-Rockband Don Diego arbeitete sie in einer Piano-Bar und machte auch immer wieder mal Straßenmusik. Und dann kam der Durchbruch mit „Je veux“; seitdem kennt man sie als Zaz (wobei der Name den ewigen Kreis darstellen soll, vom Z zum A und wieder weiter zum Z …). Sie ist ein engagierter Mensch, sehr vielseitig interessiert und kreativ und dabei vor allem auch stets in Sorge um die Natur und das Gemeinwohl. Eine unkonventionelle Künstlerin und neben ihrer unverwechselbaren Stimme ist das sicher auch Teil ihres Erfolges. Ende Juli kann man sie in Ludwigsburg live erleben. (...mehr)

  • Authentisch dank Bauchgefühl: Sido

    Paul Hartmut Würdig, besser bekannt als Sido, wurde 1980 im damaligen Ost-Berlin geboren. Bereits mit 13 Jahren begann er zu rappen, später waren B-Tight und er dann die ersten beiden Künstler, die für das heute legendäre Aggro Berlin-Label unter Vertrag genommen wurden. In der Frühphase seiner Solokarriere trat er noch mit einer verchromten Totenkopf-Maske auf und zu der Zeit waren seine Songs auch immer wieder mal ein Fall für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Den Durchbruch schaffte er 2004 mit seinem Song „Mein Block“, der sich textlich mit den gettoartigen Zuständen in einem Plattenbau des Berliner Stadtteils Märkisches Viertel beschäftigte. Das dazugehörige Debütalbum „Maske“ verkaufte sich prompt über 180.000 Mal und wurde mit Gold ausgezeichnet. Über die Jahre gelang es Sido glaubhaft zu reifen und er konnte so quasi mit seinem Publikum erwachsen werden. Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war sein „MTV Unplugged“-Album bei dem u.a. Adel Tawil von Ich+Ich, Stephan Remmler von Trio, Kurt Krömer und die mittlerweile auch sehr erfolgreiche HipHop-Formation K.I.Z. mitwirkten. Auch im Fernsehen und im Kino hat sich der Berliner mittlerweile etabliert. Massig Gesprächsstoff für ein Interview also, leider zeigte sich der Mann aber nicht gar so gesprächig. Fragen zu seiner Familie, seiner Vaterrolle und seinem Leben als Prominenter wurden prompt ignoriert. Auf seiner Festival-Tour im Sommer wird er sich dann bestimmt wortreicher zeigen! (...mehr)

  • Stärker als die Zeit: Udo Lindenberg

    Ein Interview mit einer lebenden Legende. Ein Mann, dessen Gesicht und Songs jeder kennt und nach dem schon zu Lebzeiten ein Platz benannt wurde, sogar Denkmäler gibt es von ihm. Bei der Recherche wird mir bewusst, wie viele seiner Songs ich kenne, und wie lange sie mich schon begleiten. Mit zehn Jahren konnte ich seinen „Sonderzug nach Pankow“ in der heimischen Küche im SDR auswendig mitschmettern und bei der ersten Freundin lernte ich dann mit „Cello“ die melancholische Seite Lindenbergs kennen und schätzen. Über 45 Jahre ist er jetzt aktiv, ist durch Höhen und Tiefen geprescht und dabei mindestens einmal dem Tod (mit 4 Promille!) von der Schippe gesprungen. Erst 2008 gab es die erste Nummer 1 in den Albumcharts (für „Stark wie zwei“) und drei Jahre später, für das fantastische „MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic“ gleich die nächste Poleposition. Mit bald 70 befindet sich Lindenberg auf dem Zenit seines Schaffens. Das neue Album ist wieder voller Hits und bei der Stadiontour mussten wegen großer Nachfrage teilweise schon Zusatztermine angesetzt werden. Unser Interviewtermin wurde mehrfach verschoben, und als es dann tatsächlich noch klappt, ist der Maestro gut gelaunt, fast fröhlich, erweist sich aber auch als König der Nuscheltiere. Um das also möglichst authentisch zu lesen, bitte den Unterkiefer konstant vorschieben und vielleicht noch ein Eierlikörchen dazu schlürfen. (...mehr)

  • Der Schelm und die Fee: Gregor Gysi

    Der meistgehörte Satz in Verbindung mit Gregor Gysi ist wohl: „Ein toller Typ und Rhetoriker, leider bei der falschen Partei!“ Man mag politisch zu ihm stehen, wie man will, aber man muss seinem Geist Respekt zollen. Man kennt den 1948 in Berlin Geborenen hauptsächlich als Politiker, er hat aber auch an anderer Stelle überzeugt; ob nun als Anwalt, Buchautor oder alleinerziehender Vater. Im April ist er zu Gast in der Region, und zwar in Herbrechtingen auf Einladung der dortigen Stadtbücherei. Trotz Terminchaos und einer leichten Erkältung hat er sich im März Zeit genommen und während einer Autofahrt gewohnt eloquent und schelmisch, aber auch fröhlich und locker auf unsere Fragen geantwortet. (...mehr)

  • Der Parodie-Kaiser: Matze Knop

    Matze Knop könnte jederzeit öffentliche Auftritte in seiner Paraderolle als Franz Beckenbauer aka. Kaiser aka. Lichtgestalt absolvieren. Es würden wohl nur die wenigsten das Original von der Fälschung unterscheiden können. Der 1974 in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen) geborene Comedian hat neben seiner Ausbildung zum Hörfunkredakteur auch noch ein Journalistik-Studium absolviert, sich dann aber gegen die Schreibtisch- und für die Bühnenarbeit entschieden. Mit seiner Figur Richie schaffte er den Durchbruch und mehrere Chart-Erfolge, auch im Fernsehen ist er oft und gerne. Am liebsten steht er aber auf der Bühne. Demnächst ist er in unserer Region wieder auf Tour - viele der Deutschlandshows sind gar schon ausverkauft und in München gastiert er gleich drei Mal! Wir telefonieren in einer Tour-Pause. Knop ist entspannt, freundlich und schlagfertig - wie man ihn kennt eben! (...mehr)

  • Die Reise ins (s)Ich: Maria Mena

    Schon mit 13 Jahren schrieb die Norwegerin Maria Mena ihren ersten Song - und zwar um die Scheidung ihrer Eltern zu verarbeiten. Ihr Vater, gebürtig aus Nicaragua, in New York aufgewachsen und professioneller Schlagzeuger hat sie früh an die Musik herangeführt. Ihr neues Album „Growing Pains“ ist vor wenigen Tagen erschienen, und obwohl Maria noch nicht einmal 30 Jahre alt ist, ist es ihr siebtes Album. Und ganz in der Tradition ihrer seitherigen Alben und Texte ist es ein sehr persönliches geworden, das viele Fragen aufwirft. Schön, dass sich die sympathische und gut gelaunte Sängerin die Zeit für ein ausführliches XAVER-Telefonat genommen hat. (...mehr)

  • Lady Angst bittet zum Tanz: Von Brücken

    Nicholas Müller ist entspannt, und das ist alles andere als selbstverständlich. Kurz vor der Veröffentlichung des Debütalbums seiner neuen Band Von Brücken (Review weiter hinten in dieser Ausgabe) hat er massig Termine. Gerade kommt er vom fünften Radiointerview des Tages und nimmt sich auf dem Weg von Halle zum nächsten Termin in Potsdam Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem XAVER. Er ist gut gelaunt, gönnt sich eine Zigarette und freut sich auf die Zukunft. Auch das ist nicht selbstverständlich. Beim Namen Nicholas Müller klingelt es noch nicht bei jedem, wenn man erwähnt, dass er der ehemalige Sänger von Jupiter Jones ist, steigt die Quote, und wenn man dann noch kurz deren Überhit „Still“ anstimmt, nähert sich die Quote den 100 Prozent. Im Mai 2014 ist Nicholas bei Jupiter Jones ausgestiegen, weil er unter extremen Angststörungen litt, fertig war und einfach nicht mehr konnte. Jetzt kann er wieder, und das ist gut so! (...mehr)

  • Kurzweil und Augenschmaus: Die Kleine Tierschau

    Traurig und auch wahr: Die Kleine Tierschau befindet sich auf Abschiedstour. Zum 35-jährigen Jubiläum gibt es 35 genau abgezählte, quasi handverlesene Shows bei denen es letztmalig Gelegenheit gibt, das Ganze live und in Farbe zu erleben. Da bestätigen selbst wir mit einer Ausnahme die rigorose Redaktions-Regel und bitten ein zweites Mal zum Interview - immerhin ist das letzte ja auch schon wieder 12 Jahre her. Uns standen gleich beide Akteure (Michael Gaedt und Michael Schulig) Rede und Antwort und wie das bei lustigen Stars oft so ist, die können und/oder wollen auch im Interview nicht aus ihrer Rolle raus. Es war also ein sehr lockeres und amüsantes Gespräch - der Ernst (Mantel) ist bei der Tierschau ja eh schon seit 2009 raus … (...mehr)

  • The Walking Flötenflamingo: Ian Anderson

    Ian Scott Anderson wurde 1947 in Schottland geboren. Bei seinem Namen klingelt es noch nicht unbedingt bei jedem, wenn man aber die Band dazu nennt, deren Mastermind er ist bzw. bis 2014 war, dann ist die Trefferquote schon höher: Jethro Tull - ihren Megahit „Locomotive Breath“ kennt fast jeder. Anderson ist ein Exzentriker, eine der großen Ausnahmen im Musik-Zirkus und hat mit seiner Band seit ihrer Gründung 1967 heute unvorstellbare 60 Millionen Tonträger verkauft. Im Gegensatz zu anderen Rock-Dinos wie z.B. Led Zeppelin hat sich Anderson stets zurückgehalten, was Drogen usw. angeht, er hat nach der Show lieber ein gutes Buch gelesen. Auch einen angebotenen Auftritt beim heute legendären Woodstock-Festival lehnte er dankend ab, weil er keine Lust auf Hippies hatte. Der Multiinstrumentalist, der die Querflöte im Rockbereich salonfähig machte, ist Grammy-Preisträger und Mitglied des britischen Ritterordens. Er lebt mit seiner Frau Shona in England auf einem Anwesen mit 15 Bade- und 11 Schlafzimmern, züchtet Chilis und ist großer Fan und Experte der indischen Küche. Auch abseits der Musik ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann und vor allem gesellschaftlich und auch politisch sehr interessiert und engagiert - und wenn er sich mal an einem Thema festbeißt, schwer zu stoppen. (...mehr)

  • Subtrahieren im stillen Kämmerchen: Pierre M. Krause

    Er ist Autor, Schauspieler, Kabarettist, vor allem ist der 1976 in Karlsruhe geborene Pierre M. Krause aber eine erfrischende Ausnahme im deutschen Fernsehen. Jugendlich, schlagfertig und gerne auch mal frech, aber ohne je fies zu werden, kann er sich glaubhaft auf seine Gesprächspartner einstellen und einlassen. Los ging es damals bei DASDING.tv und seit mittlerweile zehn Jahren macht er im SWR-Fernsehen die 30-minütige Late-Night-Show „SWR3latenight“. Was mancher nicht weiß: Er moderiert die Sendung nicht nur und empfängt dort prominente Gäste, er schreibt, schneidet und produziert auch Einspiel-Filme und Serien (wie z.B. „CSI: Baden-Baden“) innerhalb der Show. Zudem ist er in diversen anderen Formaten beim SWR, der ARD aber auch im Privatfernsehen zu sehen. Für die RTL-Sendung „TV-Helden“ wurde er mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Mehrere Jahre war er auch im Team der Harald Schmidt-Show, was im Genre ja einem Ritterschlag gleichkommt. Zuletzt gab es etwas Ärger mit dem SWR und dessen Gleichstellungsbeauftragten, als Krause sich mit eigens kreierten Werbespots für die bei eBay zum Verkauf stehende, aber ohne Gebote vor sich hindümpelnde ehemalige Betriebstankstelle des SWR starkmachte. Die beiden kreativ-amüsanten Spots (einer für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, einer für das Privatfernsehen) finden sich übrigens noch im Internet. In Ulm kann man ihn demnächst live im Roxy erleben, wo er sein erstes Buch - „Hier kann man gut sitzen: Geschichten aus dem Schwarzwald“ - präsentiert. (...mehr)

  • Parteiübergreifend cholerisch: Gernot Hassknecht

    Der Schauspieler und Comedian Hans-Joachim Heist, geboren 1949, spielt seit 2009 in der heute-show im ZDF mit riesigem Erfolg den Choleriker Gernot Hassknecht. Bereits vor diesem Erfolg war er schon ein sehr bekanntes Gesicht auf deutschen Bühnen, im Fernsehen und Kino. Theaterstationen waren u.a. Marburg, Darmstadt, Frankfurt am Main, Krefeld/Mönchengladbach, Zürich und Mannheim. Er hat in über 70 Fernsehproduktionen mitgewirkt (u.a. „Tatort“, „SOKO Köln“, „Nikola“, „Die Camper“) und im Kino war er in „John Rabe“ und „Sushi in Suhl“ zu sehen. Als Butler James in „Dinner For One“ erhielt er 1999 den Fachmedienpreis in der Sparte Comedy. Die heute-show wurde mittlerweile viermal mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet, 2010 mit dem Adolf-Grimme- und dem Deutschen Fernsehpreis sowie 2012 mit dem Hanss-Joachim-Friedrich-Preis. Seit 2013 gibt es auch ein abendfüllendes Gernot Hassknecht-Bühnenprogramm und mit diesem gastiert Heist im Mai in Schwäbisch Gmünd. Vor ein paar Wochen hatten wir ihn am Telefon. (...mehr)

  • Trve Effective: Hackneyed

    Hackneyed aus Abtsgmünd waren 2006 zunächst die Sensation im regionalen Death Metal. Mit einem Durchschnittsalter von gerade mal 16 Jahren und einem da schon mehr als imposanten technischen Können, schafften sie es direkt mit dem ersten Album 2008 zum Branchenriesen aus der schwäbischen Nachbarschaft; sie bekamen einen Plattenvertrag bei Nuclear Blast und machten sich auf, die Szene zu erobern. Und auf ihrem Weg sind sie bereits weit vorangekommen. Auf Tour etwa mit namhaften Bands wie Nile und Arch Enemy, präsent auf den großen Festivals wie Summer Breeze, Wacken und With Full Force bis hin zu Shows in den USA. Fast zehn Jahre später überraschen sie mit einem sehr mutigen und gereiften vierten Album, das Mitte Mai veröffentlicht wird. XAVER saß am Küchentisch mit Sänger Phil Cadavre, ganz stilecht bei schwedischen Leckereien in der Resopalküche. (...mehr)

  • Atheisten im Biergarten: Nightwish

    „Endless Forms Most Beautiful”. Das achte Album der finnischen Symphonic Metal Band Nightwish erschien Ende März. Mitreißende Melodien, große Orchester-Arrangements und charismatischer Frauengesang sorgten für weltweiten Erfolg der Band. In ihrer Heimat waren die letzten fünf Alben immer auf Platz 1 in den Charts zu finden, und auch in Deutschland waren mehrere Alben auf der Pole Position. Das erfolgreichste Album ihrer bisherigen Karriere, „Once“ (dreifach Platin in Finnland, dreifach Gold in Deutschland), liegt über zehn Jahre zurück und wurde noch mit Tarja Turunen am Mikro aufgenommen. Auf Turunen folgte dann für circa sieben Jahre Anette Olzon bis man sich 2012 auch von ihr trennte und die Niederländerin Floor Jansen (ehemals After Forever, Revamp), zunächst als Aushilfe auf der laufenden „Imaginaerum World Tour“, zur Band stieß. Ein Jahr später gab Keyboarder und Bandkopf Tuomas Holopainen Jansen als festes Bandmitglied bekannt. Im April beginnt die Band in den USA ihre ausgiebige Welttournee: Im August sind sie einer der Headliner des Summer Breeze Festivals und im Dezember dann in der Stuttgarter Schleyerhalle. Floor Jansen ist mittlerweile nach Finnland gezogen und stand uns am Telefon Rede und Antwort. Im Laufe des Gesprächs taute sie zunehmend auf, und als es dann um ihr Lieblingsthema, Gesang und Gesangstechnik ging, war sie eine sprühende Gesprächspartnerin. (...mehr)

  • Vom Erfolg vergewaltigt: Martina Schwarzmann

    Martina Schwarzmann empfängt mich ein paar Tage vor ihrem 36. Geburtstag in einer improvisierten Künstlergarderobe im Fränkischen. In einer halben Stunde geht sie auf die Bühne. Sie ist sehr gut gelaunt, auch abseits der Bühne enorm sympathisch und freundlich und ihre Augen sprühen förmlich beim Gespräch. Seit 15 Jahren steht sie regelmäßig auf der Bühne und spätestens mit den ersten TV-Auftritten ging es steil bergauf bei ihr. 2006 brachte sie es auf circa 200 Auftritte. Sie liebt die Bühne und ihren „Job“. Selbst als 2010 ihre Tochter geboren wird, bringt sie es auf stolze 90 Shows. Mittlerweile ist das dritte Kind im Anmarsch und in den letzten Jahren hat auch ihre Mutterrolle in ihren Programmen Spuren hinterlassen. Dieser pointierte Blick auf Alltagssituationen garniert mit ihrem ganz eigenen Blick auf die Welt und einem Schuss Wahnsinn machen ihren Charme aus. Und der wirkt locker auf drei Generationen, denn die über 700 Leute im seit Wochen ausverkauften Saal sind teilweise zusammen mit Kindern und Großeltern gekommen. Im März ist sie mehrfach im XAVER-Verbreitungsgebiet präsent und das sollte man sich nicht entgehen lassen! (...mehr)

  • Die Strizzis scharren mit den Hufen: Django 3000

    In knapp vier Jahren haben es die vier Chiemgauer von Django 3000 bereits auf drei Alben gebracht. Mit jeder Veröffentlichung, und vor allem durch ihre leidenschaftlichen Liveshows, verbreitete sich der Name der Combo mehr und mehr. Ende Januar erscheint ihr fantastisches, neues Album „Bonaparty“ (CD-Besprechung weiter hinten im Heft!), das die seither erreichten Chartplatzierungen bestimmt spielend toppen wird. Mit Erscheinen des Hefts mutiert die Band, ganz passend zum Gypsy-Sound, zum fahrenden Volk und ist monatelang unterwegs, im Februar u.a. in Ulm. Und das Versprechen, das die Band auf CD gibt, wird live imposant und mitreißend eingelöst - also auf zur Bonaparty! Der „nackte“ Mann am Kontrabass, Michael Fenzl, stand uns im Vorfeld der Tour Rede und Antwort. Das tat er natürlich in bayerischer Mundart, was hier zwecks allgemeiner Verständlichkeit zu Hochdeutsch zurecht gebügelt wurde. (...mehr)

  • ScherbenErben: Ton Steine Scherben

    Anfang der 70er Jahre gegründet waren Ton Steine Scherben wohl lange die radikalste und politischste Band Deutschlands. Eng mit der linken Protestbewegung verbunden, spielten sie anfangs oft in besetzten Häusern und ihr charismatischer Sänger Rio Reiser (gebürtig Ralph Christian Möbius) war und ist vielleicht sogar bis heute Idol und Identifikations-Figur für ungezählte Andersdenkende. 1975 siedelte die Band aus dem politisch brodelnden Berlin ins nordfriesische Fresenhagen und gründete dort eine Landkommune. Circa zehn Jahre später ging die Band frustriert, desillusioniert und hoch verschuldet auseinander. Rio Reiser wurde anschließend „König von Deutschland“ und irgendwie auch Popstar, starb aber leider schon 1996 mit gerade mal 46 Jahren. Nach seinem Tod 1996 taten sich einige seiner Weggefährten als Ton Steine Scherben Family zusammen und spielten sogar Konzerte. In diesem Jahr musste Fresenhagen dann verkauft werden, und Reiser, der dort begraben lag, wurde nach Kreuzberg umgebettet. Reisers Erben und die anderen Bandmitglieder verstrickten sich lang in scheinbar endlose juristische Streitereien um die Rechte an den Songs. In der Folge waren die Scherben-Platten auch jahrelang nicht mehr im Handel erhältlich. Im Frühjahr 2014 stieß dann auch der Ur-Gitarrist Lanrue wieder zur Family und die Band ging endlich wieder unter dem Ton Steine Scherben-Banner auf Tour. Es ist frappierend wie relevant und aktuell ihre Songs auch 40 Jahre nach der ersten Veröffentlichung heute noch sind. Die Rotzigkeit der Texte gepaart mit der enormen Intelligenz sind bis heute unerreicht und haben nicht umsonst viele Bands beeinflusst. Deutscher Punk, Teile der Neuen Deutschen Welle und auch viele erfolgreiche Rock-Acts sind ohne sie undenkbar. Scherben-Bassist und -Mitbegründer Kai Sichtermann gab uns im Vorfeld der Show in Stuttgart ein paar Antworten. (...mehr)

  • Pudelwohl: Y'Akoto

    Jennifer Yaa Akoto Kieck, besser bekannt als Y’Akoto, wurde in Hamburg geboren, verbrachte ihre Kindheit aber in Ghana und dann einen Teil ihrer Jugend in Kamerun, Togo und dem Tschad. Zurzeit pendelt sie zwischen Hamburg, Lomé (die Hauptstadt von Togo, Anmerk. d. Verf.) und Paris. Mit gerade mal zwei Alben und einer unvergleichlichen Soul-Stimme in der Hinterhand hat sie mit ihren 26 Jahren bereits ordentlich Staub aufgewirbelt. Seit sie 13 Jahre alt ist, steht sie auf der Bühne und probierte sich in diversen Genres u.a. Elektro, Rock und Reggae. Bei einer Sendung des NDR wird sie dann entdeckt, landet prompt im Vorprogramm von Erykah Badu und bekommt einen Plattenvertrag beim Branchenriesen Warner. Schon auf der Debüt-EP überzeugt sie mit charakteristischem Sound und tiefsinnigen Texten u.a. über einen Kindersoldaten. Sie produziert zusammen mit Max Herre, Roberto di Gioia und Ben Column (dem Bruder von Jamie!) und anderen. Ihr zweites Album verpasste die Top10 der Albumcharts vor ein paar Wochen nur ganz knapp und Anfang Dezember kann man sie endlich mal wieder in Stuttgart erleben. Beim Interview überrascht sie als selbstbewusste, bescheidene, smarte und hanseatisch-humorvolle junge Lady. Aber lest selbst! (...mehr)

  • Vorsicht Ausrufezeichen?: Mando Diao

    Schon 15 Jahre gibt es jetzt die schwedische Indie-Rock Band Mando Diao. Sie zählen zu den erfolgreichsten Rock-Exporten ihrer Heimat. Ihre Alben landen in Deutschland stets in oberen Chartregionen und ihre Hits (wie z.B. „Dance With Somebody“) gehören quasi zur Allgemeinbildung. Ende November beehren sie mal wieder das XAVER-Verbreitungsgebiet und spielen in der Porsche-Arena zu Stuttgart. Zumindest zu Beginn ihrer Karriere strotzten sie vor Selbst-überschätzung und Überheblichkeit und machten da fast schon ihren britischen Kollegen Oasis Konkurrenz. So hat mein Gesprächspartner Gustaf Norén einst behauptet, dass Mando Diaos Debüt „Bring ’Em In“ besser sei als alles von The Who, The Small Faces, The Kinks und zudem eine rundere Sache als Vieles von den Stones oder den Beatles. Erwartet habe ich also einen leicht (?) schnöselig-ignoranten Gesprächspartner, bekommen habe ich einen streckenweise fast unaufhaltbar redseligen, liebenswert wirren, nachdenklichen und durchweg freundlichen Kerl! Da ist also jemand erwachsen geworden. Aber lest selbst … (...mehr)

  • Anti-Aging dank Rammstein: Heino

    Heino - eigentlich Heinz Georg Kramm - kennt jeder, den muss man niemandem vorstellen. XAVER hat über die Jahre immer mal wieder versucht, einen Interviewtermin zu bekommen und im Vorfeld seines Auftritts auf dem Cannstatter Wasen im Oktober hat es tatsächlich geklappt. Das Gespräch läuft über den Mobilanschluss seines Managers Jan Mewes. Wenn man dessen Nummer anwählt, läuft direkt Heinos Megahit „Blau blüht der Enzian“ in der Warteschleife - verwählt habe ich mich also schon mal nicht, die Verbindung ist leider aber auch nicht so dolle. Herr Mewes gibt direkt an Heino weiter. Der ist gut gelaunt, aufmerksam bei der Sache, aber eben auch durch und durch Vollprofi. (...mehr)

  • Wildpferd mit Elefantengedächtnis: Katrin Bauerfeind

    Katrin Bauerfeind ist gebürtige Aalenerin, hat dort auch ihr Abitur gemacht und dann zum Studieren die Heimat verlassen. Während ihres Studiums setzte sie sich bei einem Casting als Moderatorin 2005 für die tägliche Internet-TV-Sendung „Ehrensenf“ durch, die dann im Folgejahr prompt zwei Grimme-Preise verliehen bekam. Es folgten Engagements für den Radiosender 1Live und diverse fürs Fernsehen (u.a. 3Sat, ZDF, Pro7), wobei sie lange mit Harald Schmidt, bei dessen Late-Night-Show tätig war. Neben ihrer Moderatoren-Tätigkeit ist sie auch immer mehr als Schauspielerin tätig und im März erschien ihr erstes Buch „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: Geschichten vom schönen Scheitern“, und mit dem ist sie ab September wieder auf ausgedehnter Lesereise. Zwischen ihrem Urlaub und all den vielen Aktivitäten war tatsächlich noch Zeit für ein XAVER-Interview. (...mehr)

  • Feurige Cornflakes: Blues Pills

    Blues Pills sind eine vierköpfige Band mit Mitgliedern aus drei Nationen. Sie spielen Blues Rock mit einem extragroßen Soul-Sahnehäubchen und haben mit Elin Larsson eine Sängerin in ihren Reihen, die man unter Tausenden erkennen würde. Erst seit 2011 am Start stürmten sie an die Spitze des Retro-Rock Genres und hatten bis vor Kurzem noch nicht einmal ein komplettes Album auf dem Markt - was sie nicht davon abhielt, in Australien und Europa bereits ausgiebig zu touren. Das mit dem Album ändert sich nun Ende Juli. Nach umjubelten Shows am Samstag auf der Loreley (wie passend!) und am Sonntag beim Hellfest in Frankreich, begann am Montag der dreitägige Interview-Marathon um ihr selbstbetiteltes Debütalbum optimal zu promoten. XAVER freut sich über einen frühen Gesprächstermin und eine sehr gut gelaunte und vor Leidenschaft und Herzlichkeit sprühende Sängerin Elin Larsson. (...mehr)

  • Die Fantastischen Vier: Silberhochzeit - immer noch tight

    Für die da, also DIE deutsche HipHop-Band gibt es Grund zu feiern, nämlich den 25. Geburtstag. Aus diesem Anlass gab’s dieser Tage ne neue Single namens - Überraschung! „25“! Das Album „Rekord“ wird im Oktober nachgeschoben und im Sommer nur ein paar handverlesene europäische Festivals beehrt. Und es gibt eine Clubshow in Ulm, das dortige Roxy feiert nämlich den gleichen Geburtstag wie die Fantas! Die Show ist natürlich längst ausverkauft, aber trotzdem ein wunderbarer Anlass für ein Gespräch mit der Band. Ein sehr gut gelaunter Thomas D stand uns ausführlich Rede und Antwort. (...mehr)

  • Kein Nachwuchstrainer, sondern Vollprofi: DJ Bobo

    Über all die Jahre und vielen Interviews war das Gespräch mit Peter René Baumann, besser bekannt unter seinem Künstlernamen DJ Bobo, eines der angenehmsten und unkompliziertesten. Völlig locker und unaffektiert treffen wir uns am frühen Abend in der Lobby eines Stuttgarter Hotels zum entspannten Plausch. Obwohl bei weitem nicht das erste Gespräch des Tages, ist er fröhlich, entspannt, sehr präsent und smart. Man merkt, dass er selbst nach über 20 Jahren Karriere noch total für seine Arbeit brennt. Stuttgart war aber wohl auch immer gut zu ihm. Er spielt im Mai gleich zwei Konzerte an einem Tag in unserer Landeshauptstadt. (...mehr)

  • Glücklich hinterm Glas: The Notwist

    Nach fünf langen Jahren Pause erscheint dieser Tage endlich ein neues Studioalbum von The Notwist. Die Band aus dem beschaulichen oberbayerischen Weilheim hat es in 25 Jahren Bandgeschichte zu internationaler Relevanz gebracht und sich über die Jahre mehrfach verpuppt und gewandelt. „Close To The Glass“ ist nach dem Meilenstein „Neon Golden“ aus dem Jahr 2002 ein erneuter Höhepunkt in ihrem Schaffen. Der fast schon schüchterne aber sehr sympathische Michael Acher gab XAVER am Telefon interessante Einblicke ins Sein und Schaffen der Band. (...mehr)

  • „Rap wieder geil machen“: Marteria

    Die Überschrift war vor ein paar Jahren in einem Interview die erklärte Mission von Marten Laciny, besser bekannt als Marteria, aka. Marsimoto. Vor ein paar Tagen ist sein zweites Album erschienen und auch ohne den hohen Charteinstieg war vorher schon klar: Das vor ein paar Jahren ausgerufene Ziel ist längst erreicht. Geboren 1982 und aufgewachsen in der Plattenbausiedlung im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen deutete lange alles auf eine Profifußballkarriere hin (er stand unter Horst Hrubesch im Kader der U17-Nationalmannschaft). Bereits mit 14 Jahren entdeckte er über seinen älteren Bruder den HipHop für sich. Kurz vor seinem 18. Geburtstag besuchte er seine Schwester, die als Au-Pair-Mädchen in New York arbeitete und wurde auf der Straße von einem Modelscout angesprochen. Er kehrte dem Fußball spontan den Rücken, stürzte sich begeistert in das Mekka des Rap und modelte u.a. für Hugo Boss und Diesel. Als „Retter des deutschen HipHop“ hat ihn der auch nicht ganz unerfolgreiche Kollege Casper bezeichnet, und mit ihm zusammen hat er für den deutschen HipHop eine Menge Türen aufgestoßen. Ende Januar erschien sein neues Album. (...mehr)

  • Drei Säulen, zwei Brüder, ein Koch: Ehrlich Brothers

    Die zwei Brüder Chris und Andreas Ehrlich rollen die Magierwelt gerade von hinten auf. Mit internationalen Preisen überschüttet, treten sie jetzt nach jahrelanger Vorbereitungszeit ins Rampenlicht und begeistern die Massen. Die ganz großen Kollegen haben schon angeklopft, um ihnen Tricks abzukaufen und in letzter Zeit sind sie sogar verstärkt im Fernsehen präsent. Interviews mit Magiern können recht öde sein, weil ein Teil ihrer Faszination ja im Geheimnis liegt, aber die Ehrlich Brothers fallen auch da aus dem Rahmen. Ein quicklebendiger, lustiger und total für seine Kunst brennender Chris Ehrlich gab uns bereitwillig Auskunft. (...mehr)

  • Irgendwas ist immer: Andrea Sawatzki

    Seit Jahren ist Andrea Sawatzki eines der bekanntesten Gesichter im deutschen Fernsehen. Jahrelang war sie Teil des Frankfurter Tatort-Teams, sie überzeugte aber auch in Komödien wie z. B. „Die armen Millionäre“, Tragödien, internationalen Produktionen (z. B. „Borgia“) sowie in Märchenverfilmungen und nicht zuletzt im Kino (u. a. „Das Experiment“). Schon lange ist sie auch als Hörbuchsprecherin sehr gefragt und seit März 2013 auch als Buchautorin erfolgreich. Zudem schafft sie es seit Jahren den „Traumpaar“-Status mit ihrem ebenso prominenten Mann Christian Berkel aufrecht zu erhalten. Eine vielseitig begabte und engagierte Frau, insofern überrascht es auch nicht, dass sie im Dezember singend und mit Band in Stuttgart zu erleben ist! Im Gespräch ist sie erfreulich unkompliziert, aber auch konzentriert und ehrlich. (...mehr)

  • Extreme Höhen und verdammt derbe Tiefen: Jamey Jasta von Hatebreed

    Geboren wurde James Shanahan 1977 in New Haven, Connecticut. Unter dem Namen Jamey Jasta ist er heute Millionen von Metal- und Hardcorefans als Sänger der amerikanischen Band Hatebreed bekannt. Nachdem er eine Zeit lang Roadie bei Integrity war gründete er 1994 in New York Hatebreed, die seitdem zu einer der wichtigsten und größten Bands der Szene geworden sind. Jasta ist ein enorm umtriebiger Mann, hat diverse andere Bands, eine eigene Plattenfirma, moderierte Fernsehsendungen und Preisverleihungen. Im November spielt er mit Hatebreed nur zwei Shows, eine davon in Schwäbisch Hall. XAVER hatte beim Summer Breeze-Festival, bei dem Hatebreed einer der Headliner war, die Gelegenheit zum ausführlichen 4-Augen-Gespräch. Jasta zeigte sich überraschend sensibel, humorvoll und aufgeschlossen und wusste so einiges Interessantes zu berichten. (...mehr)

  • Gemeinsam und jeder für sich: Les Holroyd, Mick Rogers, Martin Turner

    Ende Oktober kommt es in Aalen zu einem regelrechten Gipfeltreffen. An ein und demselben Abend treten nacheinander Barclay James Harvest, Manfred Mann’s Earth Band und Wishbone Ash auf! Mit jeder Band hätte man ein ausgiebiges Interview führen können, anstatt uns also für eine der Bands zu entscheiden, haben wir alle drei zu Wort kommen lassen. Übersichtlich ist das wohl nicht geworden, interessant aber allemal! Es treten auf bzw. es traten zum Interview an: Les Holroyd (LH / Barclay James Harvest / BJH) Mick Rogers (MR / Manfred Mann’s Earth Band / MMEB) Martin Turner (MT / Wishbone Ash / MA) (...mehr)

  • Meine verdammte Tausendsassa-Pflicht: Alexandra Kamp

    Als Tochter von kreativen Eltern wurde Alexandra Kamp 1966 in Karlsruhe geboren. Nach dem bestandenen Abitur ging es dann direkt ab in die große weite Welt. Ihre erste Station war die Stella-Adler-Acting-School in New York. Bekannte Absolventen dieser Schule sind u.a. Robert DeNiro, Marlon Brando, Kevin Costner, Anthony Quinn, Salma Hayek, Melanie Griffith und Benicio Del Toro. Nebenher arbeitete sie als Maître D‘ in einem Restaurant, begann aber auch schon für Christian Dior und Paco Rabanne zu modeln. Später zog es sie u.a. nach Los Angeles, Paris, Bern und Baden-Baden. Sie ist schwer in eine Schublade zu stecken, beherrscht sowohl Theater- als auch Fernseh- und Kinorollen und hat sich auch als Sprecherin im Hörbuchsegment etabliert. Ob nun neben Hape Kerkeling in der Komödie „Horst Schlämmer - Isch kandidiere“, in der Science-Fiction-Komödie „Space Travesty“ mit Leslie Nielsen, im Actionfilm „Half Past Dead“ mit Steven Seagal, bei den Hamburger Kammerspielen oder beim Musical - Alexandra Kamp macht stets eine gute Figur. Kein Wunder, dass sie diese Figur auch schon für das bekannteste Herrenmagazin ablichten ließ. Sie engagiert sich immer wieder energisch für soziale Zwecke, testet aber auch schon mal ein Ferrari Cabrio in St. Moritz. Anfang 2012 wurde sie vom SWR als neues Gesicht neben Ronald Spiess und Ben Streubel der erfolgreichen SWR3 Live Lyrix-Veranstaltungsreihe präsentiert. Im XAVER-Interview gibt sie sich sehr locker, sympathisch und smart. (...mehr)

  • Die magische Tomate: Joe Cocker

    John Robert „Joe“ Cocker wurde am 20. Mai 1944 in Sheffield, England, geboren. Der gelernte Gasinstallateur stand bereits als Teenager auf der Bühne und schaffte es nach vielen Stationen in diversen Bands 1968 erstmals in die englischen Singlecharts. Er entschied sich gegen sein Installateur-Dasein und für eine Musikerkarriere. Der große Durchbruch gelang dann mit einer Coverversion der Beatles: „With A Little Help Of My Friends“, die er dann auch beim legendären Woodstock-Festival in den USA zum Besten gab. Schon früh wurde neben seiner einzigartigen Stimme auch seine exzentrische Gestik zwischen Stromstoß und Hexenschuss zu seinem Markenzeichen - das ist also nicht wie z.B. bei Ozzy Osbourne eine Folge seiner wilden Jahre. Obwohl er durchaus auch mit eigenen Songs Erfolge feiern konnte, ist er besonders für seine Coverversionen bekannt geworden. 1987 heiratete er die US-Amerikanerin Pam Baker und lebt mit ihr abseits des Jetsets zurückgezogen in den Bergen von Colorado. Mit seinem aktuellen Album „Fire It Up“ ist er gerade wieder in Europa auf Tour und gastiert u.a. auch beim Zeltfestival in Winterbach. (...mehr)

  • Disneyland für Satanisten: Kadavar

    Retro-Rock ist DAS Ding der Stunde. Seit ein paar Jahren haben Bands Hochkonjunktur, die klingen (und oft auch aussehen), als ob sie 40 Jahre im Gefrierschrank auf Eis lagen. Viele dieser Bands kommen aus den USA oder aus Schweden, Deutschland hat da aber auch so einiges zu bieten. Die Berliner Senkrechtstarter Kadavar haben in sehr kurzer Zeit und dank absoluter Hingabe und Detailverliebtheit in Windeseile die Herzen der Fans erobert. Ausverkaufte Shows, begeisterte Rezensionen, Supportshows für Ikonen des Genres, TV-Präsenz und die Teilnahme beim renommierten Roadburn-Festival - noch besser hätte es kaum laufen können für das Trio aus der Hauptstadt. Im Juni gastieren sie im Ulmer Zelt, Grund genug um die Band zum Gespräch zu bitten. Als der Fronter am Nachmittag dann anruft, hab ich für eine kurze Schrecksekunde gedacht, ich hätte Til „Nick Tschiller“ Schweiger am Apparat. Christoph Lindemann (aka. Lupus oder Wolf) wirkte anfangs, als hätte man ihn mitten in der Nacht geweckt und bekam die Zähne nicht so recht auseinander. Im Verlauf des Gesprächs gab’s dann aber keinerlei Verwechslungsgefahr mit anderen Promis mehr; der Berliner zeigte sich aufgeweckt, smart und humorvoll. (...mehr)

  • Geile Bratwurst: Caro Emerald

    Seit ihrem Megahit „A Night Like This“ kennt fast jeder die 1981 in Amsterdam geborene Caroline Esmeralda van der Leeuw, allerdings eher unter ihrem Künstlernamen Caro Emerald. Vor ihrem Durchbruch war die studierte Jazz-Expertin bereits hinter den Kulissen des Musikbusiness tätig, u.a. als Backupsängerin, in Werbespots und als Coach in der niederländischen X-Factor-Ausgabe. Ihr Debütalbum „Deleted Scenes From The Cutting Room Floor“ stürmte europaweit die Charts, wurde mehrfach mit Edelmetall honoriert und 2012 wurde sie dann mit dem Echo (Newcomer des Jahres International) und der Goldenen Kamera (Beste Musik International) ausgezeichnet. Ihr fantastischer Auftritt auf der Kapfenburg im Jahr 2012 wird vielen noch in bester Erinnerung sein und Anfang Mai erscheint nun endlich das lang ersehnte zweite Studioalbum; die Tour ist dann leider erst im Herbst. Grund genug für ein aufschlussreiches Telefonat mit der sympathischen Lady. (...mehr)

  • Im Opern-Jet auf Klassenfahrt: Avantasia

    Mit über drei Millionen verkaufter Tonträger, hunderten Konzerten in fast vierzig Ländern in Asien, Nord-, Süd- und Mittelamerika, Australien und natürlich Europa, gehört der Fuldaer Sänger und Komponist Tobias Sammet zu den international erfolgreichsten Musikern, die in den letzten Jahren aus der deutschen Musiklandschaft hervorgingen. Ob mit der 1992 von ihm gegründeten Band Edguy oder seinem Rockoper-Projekt Avantasia, bei dem er in den vergangenen Jahren im Studio u.a. mit solch renommierten Musikern wie Michael Kiske (Ex-Helloween), Eric Martin (Mr. Big), Alice Cooper, Klaus Meine und Rudolf Schenker von den Scorpions und Mitgliedern der legendären US-Band KISS gearbeitet hat - sämtliche seiner jüngsten Veröffentlichungen belegten Plätze in den Top-10 der weltweiten Albumcharts. Das Livealbum „The Flying Opera - Around The World In 20 Days" belegte 2011 in Deutschland, Schweden und Österreich sogar Platz 1 der offiziellen Charts. Das neue Avantasia-Album „The Mystery Of Time“ erscheint dieser Tage und parallel zur Veröffentlichung geht es auf große Welttournee. Kurz vor der Veröffentlichung stand uns ein sehr entspannter und gut gelaunter Tobi Sammet Rede und Antwort. (...mehr)

  • Goldkehlchen und der Mann mit Hut: Mrs. Greenbird

    Die Überschrift war tatsächlich der erste (leicht scherzhafte) Entwurf des Bandnamens, der dann später in Mrs. Greenbird geändert wurde. Sängerin Sarah Nücken und Gitarrist Steffen Brückner haben vor ein paar Monaten die Casting-Show „X-Factor“ gewonnen und als sprichwörtliche Ausnahme von der Regel, sieht alles nach einer langfristigen Karriere des charmanten Duos aus. Die Teilnahme an der Show war auch eher zufällig - Gitarrist Brückner wollte in einem Kölner Musikladen eigentlich nur Gitarrenkabel kaufen und „stolperte“ dort über einen Infostand der Show. Kennen gelernt haben sich die beiden, die auch abseits der Bühne ein Paar sind, in einer Kölner Kirchengemeinde. Ihr Album war wochenlang auf Platz 1 der Albumcharts und wurde mittlerweile vergoldet. Es gab Fernsehauftritte bei Lanz & Co. und als Sahnehäubchen sogar noch eine Echo-Nominierung. Trotz Zeitrafferkarriere vermittelt Steffen am Telefon einen sehr herzlichen und geerdeten Eindruck. Die Massen an Presseterminen über die letzten Wochen sind scheinbar spurlos an ihm vorbeigegangen, er ist fröhlich, gelöst und gibt munter und wortreich Auskunft. (...mehr)

  • Verliebt in Nena - Un Fukin Fassbar!: Rea Garvey

    Rea Garvey wurde im Mai 1973 in Irland geboren, ist also im besten Mannesalter und in Sachen Popularität auf jeden Fall auf dem seitherigen Höhepunkt seines Lebens. In Deutschland hat er als Straßenmusiker angefangen, in Kneipen gespielt und als Sänger von Reamonn ging es dann später steil bergauf. Nach deren Ende hat er aber offensichtlich alles richtig gemacht. Und seine Teilnahme als Juror in der Casting-Show The Voice Of Germany machte ihn noch bekannter und vor allem sympathischer. Mit seinem Soloalbum „Can’t Stand The Silence“ geht es dieser Tage erneut auf die Bühnen Deutschlands und des benachbarten Auslandes, vorher hat er sich aber noch Zeit für ein angeregtes morgendliches Telefonpläuschchen mit uns genommen. Seine Sprache ist ein charmanter Mix aus irischem Akzent, vermischt mit der ein oder anderen englischen Vokabel und einem Deutsch, dem man hier und da den langen Aufenthalt in Schwaben anhört. Der besseren Lesbarkeit wegen wurde das hier etwas „geglättet“. (...mehr)

  • Der Nerd der Herzen: Mark Benecke

    Er ist einer der renommiertesten Kriminalbiologen weltweit, Mitglied des Spaß-Nobelpreis-Komitees der Harvard-Universität, bekennender Donaldist, peta-Aktivist und Vorsitzender des Vereins Pro Tattoo. Der 42jährige Mark Benecke untersuchte Hitlers Schädel, arbeitete an vielen bekannten Kriminalfällen mit und landete schon mehrmals mit seinen Büchern auf der Bestsellerliste. Er schafft es dabei sein Renommee innerhalb der Wissenschaftswelt zu behalten, obwohl er die Grenze zum Boulevard oft und auch offensichtlich genussvoll überschreitet und kaum eine Woche vergeht, in der er nicht im Fernsehen präsent ist. Wenn man dem Mann eine Zeit lang zuhört, dann merkt man sehr schnell, wie viel Wissen in dem kahlen Kopf und hinter dem verschmitzten Lächeln steckt. Er brennt so offensichtlich für seine Materie und kommt gleichzeitig so völlig bodenständig daher, dass man ihn einfach gern haben muss. Und - Vorsicht! - Sie werden bei diesem Interview Interessantes lernen, und es tut gar nicht weh - Infotainment nennt man das auf gut (?) Neudeutsch. Ende Januar ist er wieder in Herbrechtingen zu Gast - die letzten beiden Veranstaltungen vergingen wie im Flug und waren jeweils drei Stunden lang! (...mehr)

  • Buddha schlägt den Raab: Moses Pelham

    Man mag über den Mann denken und sagen, was man möchte, aber er hat definitiv etwas im Kopf, er hat eine Menge Herz und er kann was. Und er polarisiert, wie das so viele große Künstler vor und nach ihm gemacht haben. Mit 13 Jahren nahm er seinen ersten Song auf, bekannt wurde er später mit dem Rödelheim Hartreim Projekt, seiner Platten- und Produktionsfirma 3P und als Entdecker und Förderer von Talenten wie Xavier Naidoo, Sabrina Setlur und Cassandra Steen (u.a. Glashaus). Und nach wochenlangen verbalen Provokationen des damaligen VIVA-Moderators Stefan Raab hat er ihm bei der Echoverleihung mit einem Kopfstoß die Nase gebrochen - und damit etwas getan, wovon viele nur träumen. Aus dem respekt-versessenen Heißsporn („solang ich zuck mach ich Druck, ich schlag’, tret‘, beiß’ und spuck!“ - vom ersten Teil der „Geteiltes Leid“-Trilogie) ist ein besonnener, fast altersmilder und deutlich gereifter Künstler geworden. Nach acht Jahren Pause erschien dieser Tage sein neues Album, das prompt auf Platz 7 in die Albumcharts stürmte. Das Telefonat geht enorm entspannt, konzentriert und humorvoll über die Bühne, und ganz fleißiges Bienchen signiert er nebenher emsig Limited Edition-Alben. (...mehr)

  • Nieder mit der GbR / Gesichtswurst: Blumentopf

    20 Jahre sind die Münchner Hip Hop-Kreativen Blumentopf jetzt schon dabei. Mit „Nieder mit der GbR“ veröffentlichten sie Ende September erneut ein enorm starkes Album und sind in diesem Monat quer durchs Land auf Tour und auch im XAVER-Land gleich mehrfach live präsent. Vor der Kür in Form der Liveshows kommt aber die Pflicht in Form einer Pressetour. XAVER traf vier Fünftel der Band nach einem Radiotermin in Stuttgart. Los ging‘s frühmorgens wohl in Saarbrücken, nach Stuttgart standen noch Etappen in Ulm, Augsburg und München auf dem Programm. Und weil die Zeit knapp war, verband man das Interview mit einem Mittagessen bei einem Italiener in der Stuttgarter Innenstadt. Sehr sympathisch allesamt, bodenständig und smart - wie die Musik eben. Es treten auf: DJ und Produzent Sepalot (S) und die Rapper Cajus (C), Roger (R) und Flo (F); der Fünfte im Bunde, Rapper Holunder aka. Kungschuh aka. Wunder fehlte wegen drohender Niederkunft seiner Lady. Falls in der babylonischen Sprachverwirrung am und um den Tisch herum also jemandem ein Zitat falsch in den Mund gelegt wurde, so geschah das nicht mit Absicht! Und jetzt Mahlzeit! (...mehr)

  • Zeit für Zorn: Jutta Ditfurth

    Geboren wurde die Politikerin und Publizistin 1951 als Jutta Gerta Armgard von Ditfurth in Würzburg. Sie ist die Tochter des als Fernsehmoderator und populärwissenschaftlicher Schriftsteller bekannten und mehrfach (u.a. Goldene Kamera, Grimme-Preis) ausgezeichneten Hoimar von Ditfurth. 1978 versuchte sie erfolglos ihren Namen ändern zu lassen und auch die Aufnahme in den Adelsverband lehnte sie im Alter von 18 Jahren ab, da sie elitäres Denken abstößt. Sie studierte Soziologie, Politik, Kunstgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Philosophie in Heidelberg, Freiburg, Glasgow und Detroit und machte 1977 ihren Abschluss als Diplomsoziologin. Als Mitbegründerin der Partei Die Grünen und als Protagonistin des linken Flügels, wurde sie in den 80er-Jahren bekannt. 1991 trat die, laut Eigenaussage Radikalökologin und Feministin, aus Protest aus der Partei aus. Die Grünen waren ihr inzwischen zu angepasst. Mittlerweile kennt man sie als akribische Buchautorin, scharfzüngig und kenntnisreich. Auch als Teilnehmerin in Talkrunden ist sie gefragt. Die Frau ist smart, sympathisch und schlagfertig; ideale Voraussetzungen sowohl für ein XAVER-Interview, als auch für die Veranstaltung Ende September im Kulturzentrum Kloster in Herbrechtingen, wo sie ihr neues Buch vorstellen wird. (...mehr)

  • „Hauptsache, Ihr seid glücklich!“: Tedros Teclebrahn „Teddy“

    Unter seinem Geburtsnamen Tedros Teclebrahn kennen ihn zunächst mal nicht so viele. Und da der auch fast schon im Zungenbrecher-Bereich liegt, firmiert er als Komiker einfach als Teddy. Geboren 1983 in Eritrea, kam er bereits nach sieben Monaten mit seinen zwei Brüdern und seiner Mutter nach Deutschland. So ganz einfach war seine Kindheit wohl nicht, u.a. war er ein Jahr lang im Heim. Nach dem Zivildienst ging’s aber auf die Schauspielschule. Bekannt machte ihn dann ein Clip im Internet, in dem er auf der Straße angesprochen einen vermeintlichen Integrationstest macht (Angelo Merten, Ihr wisst schon… Anmerk. d. Verf.). Teddy ist dieser Tage ein vielbeschäftigter Mann - nachdem er vormittags zu Gast bei SWR1 „Leute“ war, geht es weiter zum nächsten Radiosender und selbst auf der Fahrt dorthin gibt er Interviews. Doch weder der Mann selbst ist gestresst, noch durch die Bedingungen (Verkehrsgeräusche, Empfangsprobleme) aus der Ruhe zu bringen. Perfekte Voraussetzungen für ein interessantes und informatives Gespräch! (...mehr)

  • Tiefenentspannt im Ferrari: Amy MacDonald

    Ihr drittes Album „Life In A Beautiful Light“ hat es gerade auf die Pole Position der Deutschen Albumcharts geschafft. Die Schottin Amy MacDonald ist über die letzten Jahre eine der erfolgreichsten Sängerinnen geworden; keine andere Newcomerin aus Großbritannien war in den letzten zehn Jahren erfolgreicher - auch die Debüts von Adele oder Amy Winehouse konnten da nicht mithalten. Mit ihrer Mischung aus Folk, Pop und Rock trifft die 24jährige offensichtlich genau ins Schwarze - vier Millionen verkaufte Alben sprechen auf jeden Fall eine deutliche Sprache. Ihr Album „This Is The Life“ ist eines der 20 erfolgreichsten Alben der letzten Dekade in Deutschland - in einer Liga mit Grönemeyer, Robbie Williams, Ich + Ich und Nelly Furtado. Faszinierend, dass sie es trotz des Erfolgs geschafft hat, relativ normal zu bleiben. Keine Skandale oder Exzesse, und auch am Telefon kommt sie sehr unkompliziert rüber. Etwas heiser ist sie und sie versucht auch gar nicht erst, ihren charmanten Akzent zu verstecken. (...mehr)

  • Ein Herz groß wie ein Smart: Gunther von Hagens

    Gunther von Hagens, geboren 1945, ist ein deutscher Anatom, Wissenschaftler und Unternehmer. Bekannt wurde er durch die Körperwelten-Ausstellung, die besonders in Deutschland viel Staub aufgewirbelt hat und gar zu Demonstrationen und kirchlichen Protestaktionen führte. Diese Ausstellungen beruhen auf dem von von Hagens entwickelten Prinzip der Plastination, einem dauerhaften Konservierungsverfahren toter menschlicher und tierischer Körper mittels Austausch der Zellflüssigkeit durch reaktive Kunststoffe. 2012 gibt es in ganz Deutschland nur eine Körperwelten-Ausstellung, und zwar ab Juni in Ludwigsburg. (...mehr)

  • Einmal Gehirn anmachen!: Jupiter Jones

    2011 war definitiv das Jahr von Jupiter Jones. Mit ihrem vierten Album und der Übersingle „Still“ kam der lang verdiente Durchbruch. „Still“ war letztes Jahr der meistgespielte deutsche Song im Radio, hat sich als Single mittlerweile über 360.000 Mal verkauft und hat der Band viele Türen geöffnet. Maßgeblich mitverantwortlich für den Erfolg ist der Gitarrist und Manager der Band, Sascha Eigner, seines Zeichens Wahlhamburger, Hundebesitzer und offensichtlicher Literatursympathisant - oder wie viele Leute kennt Ihr mit einem fetten Hermann Hesse-Tattoo auf der Brust? Optisch wirkt der Mann erst mal etwas schratig bzw. Bartträger des Jahres-Auszeichnungs-verdächtig. Das XAVER-Gespräch verlief aber sehr angenehm; ein schlauer, freundlicher, eloquenter und einfach angenehmer Zeitgenosse. Im Juni gastiert er mit seiner Band im Ulmer Zelt - hingehen! (...mehr)

  • Der Genießer bleibt am Ball: Klaus Doldinger

    Es ist doch immer wieder bezeichnend, dass ausgerechnet die Leute, die sich auf ihr Schaffen etwas einbilden könnten, das nicht tun. Manches Sternchen gibt nach der ersten Singleproduktion schon die affektierte Diva in gefühlter Madonna-Liga. Bei Klaus Doldinger sucht man derartiges Verhalten vergeblich. Selten so ein freundliches, aufgeschlossenes und fröhliches Gegenüber am Telefon gehabt. Dabei hat er als Saxofonist und Jazzmusiker national und international alles erreicht. Und sein Schaffen als Filmkomponist kennt nun wirklich jeder, denn er ist nun mal der Mann hinter der Tatort-Erkennungsmelodie und beispielsweise für Filmmusik von „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“ verantwortlich. Im Mai gastiert Doldinger mit seiner weltbekannten Jazz-Formation Passport in Heidenheim und um den Frühlingsanfang herum nahm er sich Zeit für ein Gespräch mit dem XAVER. (...mehr)

  • Der Lauteste hat Recht: Beatsteaks

    Seit 15 Jahren gibt es jetzt bereits die Berliner Alternative- (?), Pop- (?), Punk- (?)-Band Beatsteaks. Ihr Album „Smacksmash“ war 2004 der große Durchbruch und seitdem sind die sympathischen fünf Herren gar nicht mehr wegzudenken von den Bühnen der großen Festivals des Landes. Mit großer Spannung erwartet die Fanbasis das neue Album, das Ende Januar erscheinen wird, und aus eben diesem Anlass wurde Ende 2010 in ein großes Münchner Hotel zum Pressegespräch geladen. Vor dem Interview gab’s Gelegenheit, schon mal ins neue Album reinzuhören und das dürfte wohl wahrlich keinen Fan enttäuschen - die Beatsteaks in bestechender Form! XAVER hatte ein sehr angenehmes Gespräch mit dem überraschend klein gewachsenen Gitarristen Peter Baumann. Der spricht natürlich im Original breitestes Berlinerisch, das sieht geschrieben aber immer irgendwie albern aus, deswegen in der Folge eine hochdeutsche „Übersetzung“. (...mehr)

  • Froh dabei zu sein: Philipp Poisel

    Von Herbert Grönemeyer entdeckt und unter Vertrag genommen zu werden, ist ja schon mal kein schlechter Start für eine Künstlerkarriere. Von Herbert hat Philipp Poisel auch gleich das Nuscheln und nicht gar so deutlich zu verstehende Singen übernommen. Und auch wenn der Ludwigsburger gar nicht so sehr nach Star aussieht, das zweite Album stieg sehr hoch in die Charts ein, hielt sich dort auch richtig lange und die anstehende Tour ist vielerorts längst ausverkauft und/oder in größere Hallen verlegt worden. Er spielt mit Hubert von Goisern, überzeugt im Fernsehen, covert Peter Fox und Hannes Wader - dem Mann gelingt zurzeit fast alles. In seinen Songs kommt er zwar recht melancholisch und einsam rüber, im Gespräch ist er dann aber recht beschwingt und locker. (...mehr)

  • Tour statt Kur: James Last

    Mehrfach als bester deutscher Jazzbassist ausgezeichnet, 80 Millionen verkaufte Schallplatten und der weltweit erfolgreichste deutsche Musiker - nur die wenigsten denken da an Hans Last aka. James Last. Der Meister des ohrenschmeichelnden Bigbandsounds, ob er nun gerade Volksmusik, US-Pophits oder Weihnachtslieder arrangiert. Mittlerweile über 80 Jahre, schrieb er auch deutsche Fernsehgeschichte und prägte da jahrzehntelang als lässig-verschmitzter Orchesterdirigent im legendären weißen Anzug die Samstagabendunterhaltung. Und er hat immer die Hand am Puls der Musik, er nahm einen Song mit Fettes Brot auf, arbeitete mit Jan Delay und Xavier Naidoo. Und sogar der Kult-Regisseur Quentin Tarantino wollte für den Soundtrack seines Films „Kill Bill“ unbedingt einen James Last-Song! Demnächst tingelt er auch wieder durch unsere Region; zum Zeitpunkt des Gesprächs weilte James Last in seinem Haus in Hamburg. Ausgesprochen gut gelaunt stand er uns Rede und Antwort. Er hat eine sehr sympathische Stimme und unaffektierte Art; den Hanseaten hört man vom Akzent her kaum, vom Charakter her aber durchaus heraus. Trotz internationaler Erfolge en masse hat er sich eine ganz eigene Aussprache bewahrt; Show klingt bei ihm also eher wie Schoooh und Teenage Dream wie Dschienschdriem - ein grundsympathischer Mann. (...mehr)

  • Ich hasse Musik: Marla Glen

    Marla Glen, geboren 1960 in Chicago, kennt man vor allem wegen ihrer außergewöhnlichen Röhre. Blues, Jazz und Soul sind ihr Metier und zur herausragenden Stimme kommt ein entsprechendes Auftreten, gerne im Nadelstreifenanzug. Nach längerer Funkstille erscheint Anfang April ihr neues Album „Humanology“, mit dem sie dann auch wieder ausgiebig touren wird. Sie klingt etwas zerknittert, als wir sie kurz nach dem Frühlingsanfang abends an einem wunderbaren, sonnigen Tag in ihrem „Noch-Zuhause“ Baden-Baden erreichen. Über die Dauer des Gesprächs läuft sie dann aber zu wahrer Höchstform auf, schwingt sich hier und da gar fast in Nina Hagen-Höhen und macht das ein oder andere Fass auf - aber lest selbst. (...mehr)

  • Kollektive Phantome: 17 Hippies

    Immer donnerstags hat sich vor gut 16 Jahren ein bunter Haufen Musikbegeisterter in Berlin zum fröhlichen Musizieren zusammengefunden und sich begeistert mit akustischen Instrumenten auf altes Material gestürzt, das jeder mit seinem individuellen multikulturellen Hintergrund ins Rund geworfen hat. 17 Leute waren sie wohl nie und mit Hippietum haben sie auch wenig am Hut, der Name blieb aber irgendwann einfach so hängen. Für den fantastischen Film „Halbe Treppe“ steuerten sie die Filmmusik bei und traten auch selbst im Film auf, was für einen weiteren Schub in Sachen Popularität sorgte. Mittlerweile gelten sie also auch durchaus im eigenen Land etwas - außerhalb Deutschlands, ob nun in Frankreich, England, Spanien, Algerien, China, Japan, Griechenland, Tschechien, Belgien, USA, Kanada oder Irland usw. sind sie längst ein tolles Aushängeschild für ihre Heimat. Eben von einer Tour in Australien und Neuseeland und einem kurzen Besuch in Frankreich zurück, stand uns „Oberhippie“ Christopher Blenkinsop Rede und Antwort. Ein quirliger Kerl, ein sehr angenehmer und aufgeweckter Gesprächspartner, der aber auch schwer zu stoppen ist und hörbar Feuer und Flamme ist für seine Kunst. (...mehr)

  • No Heart, No Art!: Roger Hodgson

    Rodger Hodgson ist wohl ein typisches Beispiel für den „Fußgängerzonen-Test“. Würde man in einer solchen ein paar hundert zufällig ausgewählte Passanten fragen, ob ihnen der Name Charles Roger Pomfret Hodgson etwas sagt, würden das wohl nur wenige bejahen. Wenn man ihnen ein Bild zeigen würde, wären es auch nicht viel mehr, wenn man dann aber ein paar der bekanntesten Lieder aus seiner Feder anstimmen würde, läge die Quote wohl bei deutlich über 90%. Zum Selbsttest: „Dreamer“, „Give A Little Bit“, „Take The Long Way Home“, „It’s Raining Again“ - kennt man doch! Weil Rodger Hodgson nämlich die Stimme von Supertramp ist. Er ist zwar 1983 nach 14 Jahren als Leadsänger, Songwriter und genialer Kopf ausgestiegen, um sich mehr seiner Familie zu widmen und eine Solokarriere zu starten, nicht wenige Fans sind aber der Meinung, dass seine Konzerte seither den wahren Supertramp-Spirit atmen. Supertramp ist eben eine der erfolgreichsten Bands aller Zeiten, 60 Millionen verkaufte Alben sprechen da eine deutliche Sprache und es vergeht immer noch kaum ein Tag ohne Hodgsons Songs im Radio. Ende Juli ist er nun mit großer Bandbesetzung in der reizvollen Atmosphäre vom Schloss Kapfenburg Open Air zu sehen. Das Interview mit dem sympathischen Künstler wäre fast nicht zustande gekommen, weil es enorme Verzögerungen bei einem Flug in die Schweiz gab, für ein Gespräch mit dem XAVER gab es dann aber eine fast mitternächtliche Audienz. Trotz des turbulenten Tages und der nicht gerade geringen Zeitverschiebung, die ihm in den Knochen gesteckt haben dürfte, ist Hodgson in bester Laune; ein sehr freundlicher, aufgeweckter und in sich ruhender Gesprächspartner, der vor einer Antwort immer erst mal etwas nachdenkt. (...mehr)

  • Als Alien in der After-Work-Lounge: Dieter Moor

    Der Mann mit dem markanten Gesicht nebenan ist Dieter Moor. Er wurde 1958 in Zürich geboren und ist ein im gesamten deutschen Sprachraum tätiger Moderator. Viele werden ihn schon seit seiner „Canale Grande“-Zeit auf VOX kennen, in den letzten Jahren ist er hauptsächlich für das Kulturmagazin „ttt“ tätig und seit letztem Jahr ist er auch als Buchautor aktiv. Er ist neben Harald Schmidt der einzige Moderator in Europa, der eine tägliche Late-Night-Show moderierte (nämlich „Night Moor“ fürs Schweizer Fernsehen). Moors Tochter Miriam Stein hat sich ebenfalls für eine Schauspielkarriere entschieden und feierte an der Seite von Moritz Bleibtreu mit der Kinoproduktion „Goethe“ im letzten Jahr ihren ersten großen Erfolg. Seit 2003 betreibt Dieter Moor mit seiner Frau Sonja einen Demeter-Hof im Berliner Umland, wo er u.a. Galloway-Rinder und Wasserbüffel züchtet. Und so kommt er denn auch direkt von der Weide ans Telefon, um dem XAVER Rede und Antwort zu stehen, denn Ende des Monats ist er mit seinem Buch zu Gast im Stuttgarter Theaterhaus. (...mehr)

  • Brechen in der ersten Reihe: Anna Depenbusch

    Kurz vor Tourneeauftakt nimmt sich die Hamburger Sängerin Anna Depenbusch morgens tatsächlich die Zeit für ein entspanntes Telefonat mit dem XAVER. Ihr Name ist (noch) nicht der ganz breiten Masse bekannt; ihr zweites Album, das Anfang 2011 erschien, schaffte es aber tatsächlich in obere Regionen der deutschen Albumcharts. Zudem ist die Lady, die bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr auf der Bühne steht, auch gerne mal undercover aktiv - so steuerte sie z.B. Weihnachten 2008 unter dem Pseudonym Ella Larsson mit „Lara’s Song“ die Musik für den Werbespot des magentafarbenen Telefonanbieters bei. Als Anastasica kooperierte sie 2003 mit einem Hamburger Chill Out Projekt und bei Orange Blue und auch bei Top Of The Pops war sie im Background zu hören. Zum folgenden, launigen Interview bitte noch einen ganz leichten Hamburger Zungenschlag dazudenken. (...mehr)

  • Maximal Freude: Tim Bendzko

    Er muss ja nur noch kurz die Welt retten! Der junge Mann, der tatsächlich mal evangelische Theologie studiert hat, ist dieser Tage gefragt wie kaum ein anderer deutscher Promi: Tim Bendzko. Die Erfolge haben für den Sänger aber auch den „Nachteil“, dass jetzt alle mit ihm sprechen wollen und er permanent Interviews geben muss. Schön, dass er sich auch Zeit für ein Pläuschchen mit dem XAVER genommen hat. Und obwohl sein Wecker ihn bereits um 6.30 Uhr aus den sicherlich süßen Träumen gerissen hat, ist er erstaunlich freundlich, smart und sympathisch. Und er berlinert sogar ein bisschen, sweet. Der Mann wird seinen Weg gehen, und er wird in naher Zukunft in Interviews bestimmt auch nicht mehr so freimütig mit Informationen sein, die man ihm hier und da auch zu seinem Nachteil auslegen könnte. (...mehr)

  • Die Scorpions in High Heels: Guano Apes

    Guano Apes. Da ist sie also wieder, die Band mit dem albernen Namen (na ja, sie waren halt jung). Eine der erfolgreichsten deutschen Crossover- bzw. Rockbands, die zu den wenigen zählt, die es auch außerhalb des deutschsprachigen Raums zu etwas gebracht haben. Vor ein paar Jahren dann die Trennung inklusive etwas öffentlichem Wäschewaschen, mehr oder weniger unbeachtete Soloversuche der einzelnen Mitglieder und dann die überraschende (?) Wiederentdeckung der Friedenspfeife mit anschließender Festival- sowie späterer Hallentour und vor ein paar Monaten dann sogar ein neues Album. Optisches und stimmliches Aushängeschild war und ist Sängerin Sandra Nasic. Und die ist im Stress, als wir sie telefonisch erreichen. Gar nicht so sehr wegen vieler anderer Interviewtermine, sondern weil sie sich während unseres Anrufs eben ein Auto ausleiht, um damit von Berlin nach Köln zu fahren. Alles nicht so einfach, vor allem, weil die Frau Automatikfahrzeuge gewohnt ist und nur noch eins mit Schaltung zu haben ist... während des Gesprächs wird sie also immer mal wieder von unerwarteten Lauten und Meldungen des Fahrzeugs überrascht, sie hat aber trotzdem Spaß und ist recht locker und gut gelaunt. (...mehr)

  • Opern auf der Autobahn: Chris Rea

    Christopher Anton Rea ist einer der wenigen Gitarristen weltweit, deren Spiel man sofort erkennt. Der Mann hat einen ganz eigenen Stil in Sachen Slide-Guitar kreiert und zudem in seiner über 30jährigen Karriere über 30 Millionen Alben (!) verkauft – und dabei ganz nebenbei diverse Hits geschrieben. Zur Jahrtausendwende wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert; er war in der Folge gezwungen, kürzer zu treten und spielte 2006 sogar eine Abschiedstour. Offensichtlich konnte er aber doch nicht ohne die Bühne und kehrte schon bald triumphal zurück. Im Februar ist er wieder auf großer Europatour und kommt dabei u.a. auch nach Stuttgart. Für ein Telefonat mit dem XAVER hat er sogar kurz den Proberaum verlassen. Im Interview ist er very british, zurückhaltend, mit verstecktem Humor und nicht gar so euphorisch bei der Sache – dafür brennt er auf der Bühne umso mehr! (...mehr)

  • Jugendlicher Wahnsinn: Kissin' Dynamite

    Die fünf inzwischen volljährigen Jungs von KISSIN’ DYNAMITE haben den Welpenschutz abgelegt und sind auf dem besten Weg ins Profilager. Mit ihrem melodischen, glamourösen Hard Rock der Marke Mötley Crüe lassen die Reutlinger nicht nur optisch die Achtziger wieder aufleben. Der Partyfaktor ist hoch, ebenso die Klasse ihres inzwischen dritten Longplayers mit dem bezeichnenden Titel „Money, Sex & Power“. KISSIN’ DYNAMITE haben sich ihren Status und die entsprechende Anerkennung, ohne sich zu verbiegen, hart erspielt und stehen mittlerweile wie eine unschlagbare Bastion auf der Bühne. Dabei schwimmen sie gerne gegen den Strom, sagen frei Schnauze ihre Meinung und tun das, was sie für richtig halten. Der XAVER geht dem jungen Phänomen auf die Spur, und sprach mit Vokalist Johannes „Hannes“ Braun über Groupies, Tokio Hotel und das Pokern. (...mehr)

  • Monthy Python For A Day: Herrn Stumpfes Zieh und Zupf Kapelle

    Ende November, Ortstermin in der gar nicht so geheimen Bathöhle der Stumpfes in der Aalener City. Dienstags ist da Stumpfes-Tag, d.h. da sind sie alle im Haus der Stumpfes und regeln die Geschäfte. Dieser Tage machen die 20-Jahres-Feier an Sylvester und die neue CD eine Menge Arbeit, es wollen tausende von Fotos gesichtet werden und auch während des Interviews rufen ständig wichtige Leute an, werden aktuelle Mails rein gereicht und Preise für dieses und jenes verglichen - Bienenstock ist nix dagegen. Beim ungezwungenen Gespräch unterm Dach wird dann jede Menge gelacht, gekalauert und gerne in Richtung Film gefachsimpelt - schee wars; also nicht nur das Interview, auch die seitherige Karriere des Quartetts. Da hätte es Gesprächsstoff für Tage gegeben, aber wir haben hier ja nur begrenzt Platz. Es treten auf: Manfred „Manne“ Arold (M), Michael „Flex“ Flechsler (F), Marcel „Selle“ Hafner (S) und Benny „Banano“ Jäger (B). NATÜRLICH wurde das Gespräch auf Schwäbisch geführt (soweit der Verfasser dieser Zeilen dem mächtig ist); es wird hier aber aus Gründen der „Barrierefreiheit“ hochdeutsch wiedergegeben. (...mehr)

Heirate mich! 2017

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