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Sonderausstellung "Leidenschaft und Forschung – Die archäologische Sammlung Hohenzollern"

Alamannenmuseum, Ellwangen (Jagst)

20.05.2026

Archäologische Schätze: von kunstvollen römischen Silberscheiben bis zu apulischen Vasen.

Vom 19. März 2026 bis 10. Januar 2027 ist im Alamannenmuseum die Sonderausstellung "Leidenschaft und Forschung – Die archäologische Sammlung Hohenzollern" zu sehen. Mit der vom Landesmuseum Württemberg konzipierten Ausstellung, die nun in Ellwangen als zweite Station nach Stuttgart präsentiert wird, gelangen lange nicht mehr gezeigte archäologische Schätze ins Licht der Öffentlichkeit. Die Sonderschau ist ein Beitrag zum 25-jährigen Jubiläum des Alamannenmuseums, das im September 2001 eröffnet wurde.

Das Landesmuseum Württemberg konnte 2021 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder die fürstlich-archäologische Sammlung Hohenzollern-Sigmaringen, die seit langem nicht mehr öffentlich zugänglich war, übernehmen. Diese Sammlung, eine der bedeutenden Privatsammlungen Süddeutschlands, schließt eine wichtige Lücke im Bestand der Altfunde zwischen Baden und Württemberg.

Ihre Entstehung im 19. Jahrhundert fällt in eine Zeit, als die heimische Archäologie sich gegenüber der Klassischen Archäologie als eigenständige Wissenschaft etablierte. Die Ausstellung präsentiert ausgehend vom Gründer Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen das Netzwerk unterschiedlicher Persönlichkeiten, welche die Sammlung maßgeblich prägten. Zudem zeigt sie anhand der verschiedenen Charaktere die Vielfalt der archäologischen Sammlung auf. Sie zeigt faszinierende Fundstücke – von kunstvollen römischen Silberscheiben bis zu apulischen Vasen.

Beispielhaft werden in der Ausstellung fünf Persönlichkeiten vorgestellt, die maßgeblich zur archäologischen Sammlung Hohenzollern beigetragen haben. Allen voran das Fürstenpaar Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und Josephine von Baden, die den Grundstein für die Sammlung legten. Ausgestellt ist eine Sammlung "Nordische Steinzeit" mit neolithischen Objekten aus Dänemark sowie eine Sammlung apulischer Vasen.

Mit Baron Karl von Mayenfisch tritt ein adliger Sammler auf, welcher dem Fürstenhaus eng verbunden war und selbst zahlreiche Grabungen in den hohenzollerischen Gebieten durchführte. Seine Sammlungstätigkeit illustrieren die provinzialrömischen Funde aus Hohenzollern, allen voran die berühmten Hettinger Silberscheiben. Hinzu kommen Funde der vorrömischen Metallzeiten aus Hohenzollern, darunter Fibeln, ein Dolch und ein Bronzehort.

Den adligen Sammlern gegenüber stehen zwei bürgerliche Altertumsforscher: einerseits der Landwirt Johannes Dorn, der mit seinen Dampfdreschmaschinen durch das Land reiste, viele regionale Ausgrabungen durchführte und die Funde unter anderem auch an die fürstliche Sammlung verkaufte, andererseits der Architekt Wilhelm Friedrich Laur, der als erster Landeskonservator Hohenzollerns zu einer Institutionalisierung und Professionalisierung der Archäologie im Land beitrug. Ihre Grabungstätigkeit wird hauptsächlich durch frühmittelalterliche Objekte des Gammertinger Gräberfelds, etwa kunstvoll gefertigte Schmuckstücke, illustriert.

Weitere Exponate veranschaulichen das Nachleben der Sammlung: Auch nach dem Ende der eigentlichen Sammeltätigkeit gelangten Funde in die archäologische Sammlung Hohenzollern, die noch immer eine wichtige Bedeutung für die heutige Forschung haben.

Ein eigener Bereich der Ausstellung lädt interessierte Besucher ein, sich mit der Wissenschaftsgeschichte im 19. Jahrhundert auseinanderzusetzen, die sprichwörtlich das Weltbild der damaligen Menschen ins Wanken brachte. Vorgestellt werden internationale Größen wie Charles Darwin und seine Evolutionstheorie sowie regionale Forscherpersönlichkeiten wie Ludwig Lindenschmit der Ältere. Dieser lehnte das "Dreiperiodensystem" – die Einteilung in Stein-, Bronze- und Eisenzeit – ab und verfasste den ersten Katalog der archäologischen Sammlung Hohenzollern. So wird der Mikrokosmos der archäologischen Sammlung Hohenzollern und ihre Genese in die Forschungsgeschichte der Epoche eingeordnet.

Forschung und Sammelleidenschaft im 19. Jahrhundert werden heute durchaus auch differenziert beurteilt. Wer sammelte? Warum? Und wie blicken wir heute auf diese Praktiken? In einer Leseecke werden die Besucher dazu angeregt, Fragen des Sammelns kritisch zu reflektieren.

Veranstaltungsort

Alamannenmuseum

Haller Str. 9
73479 Ellwangen (Jagst)

Kontakt

Veranstalter

Alamannenmuseum

Haller Str. 9
73479 Ellwangen (Jagst)

Kontakt

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