U

Timur Vermes | 156 Seiten | Piper | 15,-- € | eBook 11,99 €

Bahn-Grusel

Mit seinem Bestseller „Er ist wieder da“ hat Timur Vermes vor knapp zehn Jahren eine Faschismus-Satire abgeliefert und danach die Flüchtlingskrise mit einer Mediengroteske verbunden. Sein schmales Kammerspiel in der Berliner U-Bahn wirkt dagegen eher wie eine Fingerübung: Zwei Fahrgäste in einer verwaisten U-Bahn, die erst nicht losfährt und dann nicht mehr halten will. Und das in einem Text, der im rasanten Stakkato von bloßen Satzfetzen, halben Äußerungen und aus dem Bewusstseinsstrom gerissenen Gedanken ein Horrorszenario durchspielt. Das ist nichts für Menschen mit Platzangst und leider auch viel zu schnell weggelesen. Und durch seine typografischen Spielereien wirkt „U“ wie ein Mix aus Albtraum im Format konkreter Poesie und sehr dramatischem Comic – nur ganz ohne Bilder.


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