Nick Cave / Idiot Prayer: Nick Cave Alone At Alexandra Palace

Rock

Ein Gebet ins Nichts: Mit diesen Worten beschreibt Nick Cave sein Live-Album „Idiot Prayer: Nick Cave Alone At Alexandra Palace“, das er im Juni im Londoner Alexandra Palace aufgenommen hat. Im stimmungsvollen Gebäude aus der viktorianischen Epoche, in dem die Brit Awards vergeben und Darts-Weltmeisterschaften ausgetragen wurden, standen an diesem Tag nur der australische Musiker und sein großes Piano im Mittelpunkt. Düsternis, Verdammnis, Erlösung und jede Menge schwarze Romantik: Nick Cave bricht hier seine Songs auf das Wesentliche herunter und lässt sie auf diese Weise noch intensiver wirken. Er schafft es mühelos, den ganzen großen Resonanzraum mit seiner Persönlichkeit zu füllen.

Dem coronabedingten Schweigen vieler Künstler will Nick Cave mit seiner Solo-Performance Paroli bieten. Umgeben von Offiziellen, die penibel überwachen, dass alle Vorgaben streng eingehalten wurden, strebt Cave an, etwas ebenso Schönes wie Seltsames zu schaffen. Das ist ihm mit einer klugen Auswahl alter, neuer und einiger bislang unbekannter Songs aus seinem umfangreichen Repertoire gelungen. Ursprünglich nur als reines Streaming-Event geplant, ist aus dem Solo-Konzert auch ein Filmereignis geworden. Kann schon sein, dass dieses intensive Performance des australischen Ausnahmekünstlers in wenigen Jahren einmal als prägendes Zeitdokument der Corona-Pandemie gelten wird!


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