Myrkvi / Reflections

Singer-Songwriter

Hier geht eine blasse Sonne auf: Myrkvi alias Magnús Thorlacius präsentiert sich auf seinem Debütalbum „Reflections“ als kluger, schwärmerischer Geschichtenerzähler. Die Nachwuchskraft aus der isländischen Hauptstadt Reykjavík mag sich partout nicht zwischen Folk, Pop und Singer-Songwriter-Sounds entscheiden, sondern richtet sich selbstbewusst einfach zwischen diesen Stühlen ein. Kommt der Opener „Skyline“ noch als verträumtes, ruhiges Liebeslied in der Tradition des bekannteren Landsmanns Ásgeir daher, so beweist Myrkvi im beschwingten, auf Isländisch gesungenen „Ser Um Sig“, dass er durchaus ein Händchen für flotten, aber grenzwertmelancholischen Indiepop besitzt. Und von wegen, die Isländer sind alle leicht verschrobene Zeitgenossen, die an Elfen glauben: Das leichtfüßige, grundpositive „Coastline“ zaubert beim Hören unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht. Die Füße setzen sich dazu wie von selbst wippend in Bewegung. Für Liebhaber romantischer Gefühle hat der Musiker die von feinen Pianoklängen umscheichelten Liebeserklärung „Gamechanger“ im Gepäck. Myrkvi beweist hier mit leichter Hand, dass Wohlfühlmusik durchaus anspruchsvoll sein kann! Kann es sein, dass sich ganz insgeheim den Meister Ed Sheeran zum Vorbild erkoren hat?


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