Michael Nuber: Chopin und Liszt

04.12., Schwäbisch Gmünd, Schwörhaus

Am 2. Advent, Sonntag, 4.12. wird um 19 Uhr wird der Schwäbisch Gmünder Konzertpianist Michael Nuber im Schwörhaus (Städt. Musikschule, Erika-Künzel-Platz 1 in Schwäbisch Gmünd) Meisterwerke der Romantik von Frederic Chopin und Franz Liszt interpretieren.
Karten-Bestellung und Infos: Tel.: 07171 / 61118 oder mail [bei] michael-nuber [punkt] de
Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen im ersten Konzertteil zahlreiche beliebte Werke von Chopin: alle vier Impromptus, zwei Etüden und das Nocturne As-Dur op.32/2.

Die Etüden Chopins revolutionierten diese Gattung, die vorher mehr Übungs- als Konzertstück war. Chopin brachte nicht nur neue Spieltechniken ins Spiel sondern schuf gleichzeitig mit vielen dieser Werke große Musik. Besonders die „Revolutions-Etüde“ c-moll op.10/12 bringt das virtuose und extrem dramatische Element meisterhaft zusammen. Die Etüde As-Dur op.25/1 (auch „Wellen-Etüde“ genannt) mit ihrer wogenden Begleitung und darüber schwebenden einfühlsamen Melodie gehört sicher zu den bekanntesten Werken des polnischen Komponisten. Viele dieser Etüden galten damals als unspielbar und sind auch heute noch für jeden Pianisten eine große Herausforderung.

Gemein ist allen vier Impromptus der schnelle , improvisatorische Hauptteil, ein langsamer, oft melancholisch-gesanglicher Mittelteil und die leicht veränderte Reprise des ersten Teils. Vor allem das dritte in Ges-Dur wartet mit sehr nuancenreichen Harmonien auf und führt diese Gattung auf einen Gipfel weit ab vom Salon. Am bekanntesten ist das vierte (in der kompositorischen Reihenfolge das erste), vom Herausgeber „Fantasie–Impromptu“ genannt. Chopin wollte es gar nicht veröffentlichen. Heutzutage ist es eines der beliebtesten Klavierwerke überhaupt (wahrscheinlich wegen des wunderschönen ausdrucksvollen Mittelteil und den atemberaubenden schnellen Läufen des Hauptteils.

Der zweite Teil ist Werken Franz Liszts gewidmet: Hauptwerk ist die Bénédiction de Dieu dans la solitude (aus „Harmonies poetique e religieuses“): Als Klavierstück religiösen Inhalts steht die „Bénédiction de Dieu dans la solitude“ in Liszts Gesamtwerk und damit auch in der Literatur des Instruments an erster Stelle. Es mag fast paradox erscheinen, dem Instrument des Salons einen solchen harfenumrauschten Hymnus, eine Tondichtung, die sich von inbrünstiger Kontemplation zu äußerster Verzückung erhebt, anzuvertrauen. Aber das Klavier war die Harfe des religiösen Sängers, und hier steht das instrumentale Ornament völlig im Dienste der poetischen und musikalischen Idee.

La Ricordanza: Diese Etüde in As-Dur ist die neunte der Ètudes d’exécution transcendante aus dem Jahr 1852. Liszt hatte schon als 15-jähriger an einer Urfassung gearbeitet. Der reife Meister hat dann aber mit zärtlicher Ironie das „Bündel verblasster Liebesbriefe“ (Busoni) seiner tastenden Jugend mit dem Reichtum seiner pianistischen Zauberkünste geschmückt. Bewundernswert ist die Üppigkeit der figuralen Erfindung und das duftige Klangbild.
Liszts Etüden aus den „Etudes d'execution transcendante“ gehören zum Schwierigsten der Klavierliteratur – aber viele dieser Werke sind auch wunderbare Musik.

Fast nie gespielt wird das Klavierstück „Die Zelle von Nonnenwerth“. Liszt hat es wie auch bei anderen Werken zuerst als Lied für Singstimme und Klavier komponiert und dann im Laufe seines Lebens zu einem Klavierstück, aber auch in anderen Bearbeitungen veröffentlicht. Nonnenwerth war für ihn ein Leben lang Erinnerung an eine unvorstellbare Liebe gewesen. Nachdem Maria d'Agoult ihren Mann und ihre Kinder verließ, dem Geliebten (Franz Liszt), dessen unruhiges, aber auch an Triumphen reiches Künstlerleben sie fortan auf seinen Konzertreisen in der Schweiz, in Deutschland und Italien teilte. Das Paar, dieses Reiselebens endlich müde, suchte nun einen ruhigen Platz und glaubte, ihn auf dem stillen Nonnenwerth gefunden zu haben. Zu dem ursprünglich geplanten Ankauf der Insel konnte sich Liszt zwar nicht entschließen, er verlebte aber mit der Gräfin d'Agoult hier den Spätsommer und Herbst 1841. Ebenso sahen die Sommermonate der folgenden beiden Jahre das Paar, diesmal mit ihren Töchtern C o s i m a — der späteren Gattin Richard Wagners — und A m a n d a , auf Nonnenwerth; es schien fast so, als ob in dieser rheinischen Idylle die Schatten verschwänden, die auf das Glück der Liebenden gefallen waren und die bald darauf vollzogene Trennung bereits ahnen ließen. Auch für Liszts künstlerisches Schaffen bedeutete der Aufenthalt auf Nonnenwerth eine Bereicherung.

Michael Nuber konzertiert sowohl als Solist und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen (Klavierduo, mit Cello, Violine, Flöte sowie als Liedbegleiter) regelmäßig seit der Zeit seines Studiums. Er gibt jährlich über 30 Konzerte - mit etwa 16 verschiedenen Programmen. Sie führten ihn unter anderem nach Rumänien (Bukarest und Mozartfestival in Klausenburg), in die Schweiz und viele Jahre nach Großbritannien. Wiederholt wurde er engagiert vom Herzog von Württemberg. Teilnahme am Festival „Europäische Kirchenmusik“ in Schwäbisch Gmünd mit einem Liszt-Programm, Engagements bei den Schlosskonzerten in Tettnang, Altshausen, Kunstschloss Hermsdorf/Dresden und Lindach. Schwerpunkte seines umfangreichen Repertoires bilden Bach, Beethoven (alle 32 Klaviersonaten), Schubert, Chopin (Gesamtwerk), Liszt, Skrjabin und Debussy. Seit seinem 16. Lebensjahr widmet sich Michael Nuber auch der Komposition. Seither entstanden außer zahlreichen Klavierwerken einige Sonaten und Albumblätter für Flöte und Klavier, eine Fantasie für Cello und Klavier, ein Trio für Klavier, Flöte und Cello, eine Sonate für 2 Klaviere, ein Duo für Klavier zu 4 Händen sowie eine viersätzige Fantasie für Klavier als Psychogramm einer jungen Frau, die sich in einer ernsten Lebenskrise befindet.
Außerdem schuf er viele Transkriptionen von Liedern von Schumann, Liszt, Faure, Debussy und Ravel und weitere Bearbeitungen von Werken von Bach, Mozart, Schubert, Franck, Bruckner u.a.


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