Lomo – The Language of Many Others

Bewusstlosigkeit oder Panik: Für den Abiturienten Karl gibt es lediglich diese zwei Zustände.

Als Betreiber des Videoblogs LOMO filmt der entweder extrem gelangweilte oder ins Psychopathische tendierende Schüler seinen Alltag und hat dafür eine rege kommunizierende Follower-Basis. Ins Schlingern gerät seine durch wohlhabende Eltern gut abgesicherte Existenz erst, als er sich aus seiner Lauerstellung raustraut und sich mit der Nachbarstochter Doro einlässt, diese ihn abserviert und er im Rahmen seiner Möglichkeiten, also digital, mithilfe eines Sex-Videos Rache nimmt.
So kalt und kaputt, wie dieser Karl dargestellt ist, so unterkühlt und distanziert sind auch die Bilder in Julia Langhofs Film, der wohl die Gefahr eines bloß virtuellen anstelle eines wirklich geführten Lebens thematisieren soll. Aber die Schilderung des spätpubertär von seinem Dasein enttäuschten jungen Mannes krankt daran, dass sich die Empathie des Zuschauers mit dem ach so leidenden Jungmann doch sehr in Grenzen hält. Und es sich überhaupt nicht erschließt, wodurch sein Online-Avatar LOMO es zu solcher Popularität gebracht haben könnte, dass seine Follower zu derart dramatischen Mitteln greifen, wie sie es im letzten Drittel tun. Letztlich ist das Gewirr der Stimmen aus dem Internet vielleicht nur das moderne Pendant zu den Stimmen im Kopf klassisch Geisteskranker. Also Finger weg von dem Teufelszeug!
Internet-Psychodrama

D 2017
R: Julia Langhof
D: Jonas Dassler, Lucie Hollmann, Eva Nürnberg
S: 12. Juli
www.farbfilm-verleih.de


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