Liraz / Zan

Elektropop

Wie könnte sich moderne iranische Popmusik heute anhören? Vielleicht so überraschend und betörend wie der eigenwillige Elektropop von Liraz. Die Sängerin setzt auf ihrem zweiten Album „Zan“ (übersetzt: Frau) den starken iranischen Frauen ein musikalisches Denkmal. Die Eltern von Liraz, iranische Juden, sind bereits in den 70er Jahren nach Israel emigriert. Als Schauspielerin hat die Künstlerin in den vergangenen Jahren in großen US-Filmproduktionen mitgewirkt. In Los Angeles machte sie eine Entdeckung: In den der Westküstenmetropole lebt eine riesige iranische Exilgemeinde! Liraz ließ sich für ihr neues Album in L.A. von der reichen iranischen Musiktradition aus der vorrevolutionären Zeit inspirieren. Coole Beats passen bestens zu orientalischen Rhythmen und den überraschend aktuell klingenden iranischen Retropop-Sounds aus den 70ern. Nicht nur beim treibenden Opener „Zan Bezan“ kann Liraz auch als Sängerin überzeugen. Der Track „Joon Joon“ mit dem Ohrwurm-Refrain spielt erfolgreich mit lebenslustigen Teheraner Discosounds. „Zan“ bezieht seine Energie vor allem daraus, dass Liraz heimlich mit Musikern zusammengearbeitet hat, die im Iran geblieben sind und die aus Sicherheitsgründen namenlos bleiben mussten. Von wegen der Iran als „Reich des Bösen“: Aus der engen Zusammenarbeit mit der aktuellen Teheraner Musikszene entsteht ein unglaublich lebendiger und kraftvoller Sound. Es gilt unbedingt, Farsi als neue Sprache in der Popmusik zu entdecken!


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