Last Days Of April / Even The Good Days Are Bad

Singer-Songwriter, Schweden

Ein braver Singer-Songwriter ist Karl Larsson nie gewesen: Seit Mitte der 90er Jahre haben der Musiker aus Stockholm und sein Bandprojekt Last Days Of April neun meist putzmuntere Alben vorgelegt, die ausgiebig mit Pop und Indierock flirten. Der Meister gibt sich gerne mal betont garstig. Den scharfen Blick auf die Absurditäten des Lebens haben sich Last Days Of April auch auf ihrem zehnten Album „Even The Good Days Are Bad“ bewahrt: Von erwachsener Abgeklärtheit ist nichts zu spüren, denn die acht Songs präsentieren sich so energiegeladen, dass sich manche Nachwuchshoffnung eine Scheibe abschneiden könnte. Ob die ewige Jagd nach Neuem glücklich macht? Das wagt Larsson im Titelsong ernsthaft zu bezweifeln. Trotz der vielen Ungewissheiten, mit denen junge Großstadtbewohner heutzutage zu kämpfen haben: Die Sounds klingen mitunter sogar unterkühlt euphorisch. Den Waldschrat in sich will sich Larsson bewahren, wenn er und seine Kumpels die Gitarren schrammeln lassen und die süffigen Synthies aufdrehen. Was lernen wir in diesen gar nicht so simplen Songs, die damit punkten, dass sie auf charmante Weise eben nicht perfekt sind? Am besten ist es, sich selbst treu zu bleiben! Und zudem hat sich Karl Larsson tatsächlich als Prophet erwiesen: Die Songs entstanden alle vor März 2020, aber das stimmungsvolle „Alone“ bringt das Corona-Jahr mit „When I wake up, I feel alone. When I go to bed, I feel alone“ ziemlich genau auf den Punkt!


zurück