International Music / Ententraum

Rock, Deutschland

International Music ist kein suchmaschinenoptimierter Bandname, aber damit hat das Trio aus Essen überhaupt kein Problem. Mit „Ententraum“ legen die Jungs ihr zweites Album vor und etablieren sich mit intelligenten und tiefgründigen Texten selbstbewusst als die deutsche Schlaumeier-Band der Stunde. International Music zelebrieren keineswegs den klassischen Indierock wie die Altmeister von Tocotronic, sondern lassen die psychedelischen Gitarren so lange krachen, bis der Arzt kommt. Mit 17 Albumsongs zeigen die Drei, dass ihnen noch lange nicht die Ideen ausgehen. Peter Rubel, Pedro Goncalves-Crescenti und Joel Roters schlagen vor allem mit ihren tiefgründigen und poetischen Texten ein ganz neues Kapitel auf. „Wenn ich wüsste, was in dieser Kiste ist, küsste ich Dich, den Fürst von Metternich“: Wer ein Album mit diesen Lyrics eröffnet, der traut sich was! In den Songs geht es auf schmuddelige Weise romantisch zu: Von der „Insel der Verlassenheit“ bis zum „Wassermann“ erschaffen International Music ein eigenartig funkelndes musikalisches Universum voller unerwarteter Überraschungen, das sich so schnell in keine Kategorie einordnen lässt. Und wer nun glaubt, „Oh weh, das klingt sicher supersperrig!“, der täuscht sich gewaltig: Luftig, übermütig und sogar schwärmerisch geht es hier zu, wenn das Trio unerwartet in mehrstimmige Harmoniegesänge ausbricht. Solch eigenwillige Liebeslieder in Deutsch hat man lange nicht mehr gehört. Könnte es sein, dass die Band selbst die Schatzkiste ist, die es zu entdecken gibt?


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