Das Leben ist ungerecht - auch für Ray Wilson
Los gings 1994 mit der Formation Stiltskin, deren Song „Inside“ für einen Werbespot der Marke Levis verwendet wurde und die Band quasi über Nacht in aller Munde brachte. Die nachgeschobenen Singles konnten da vom Erfolg her nicht mithalten und dann kams auch noch zu internen Streitereien in der Band und somit zum baldigen Ende. 1996 dann der nächste kometenhafte Aufstieg des Mannes, als er als Phil Colins-Nachfolger bei Genesis aus dem Hut
gezaubert wurde. Das Album „Calling All Stations“ auf dem er in der Folge zu hören war, floppte kommerziell allerdings ordentlich und somit wurde auch Genesis zu Grabe getragen. Gemein, oder? Immer wieder den Fuß in der Tür haben und kurz am ganz großen Erfolg schnuppern zu dürfen… Im Kern hat all das Meister Wilson aber weder verändert noch sonderlich belastet, denn er verfolgt weiterhin seine Karriere, hat hier und da Soloalben vorgelegt und ist in den letzten Jahren vor allem für seine intensiven Liveshows bekannt geworden. Und bei diesen verkauft er auch schon seit ca. einem Jahr das Album, das es seit ein paar Tagen auch im Handel zu kaufen gibt. Und wenn man sich die elf Kompositionen auf „Propaganda Man“ so anhört, dann ist man schnell wieder bei der einleitenden Binsenweisheit. Warum hat z.B. jemand wie der Ir(r)e Reamonn mit seiner gleichnamigen Band trotz deutlich weniger Substanz riesigen Erfolg und jemand, der mit wirklichem Talent gesegnet ist und zudem sackweise starke, grob im Singer/Songwriter- bzw. Alternative angesiedelten, Songs auf seinem Album hat geht dagegen eher unter? Gute Frage!
Ray Wilson – Propaganda Man Label: Sandport Ltd.

