Stella - Fukui
Nun melden sich die Hamburger mit „Fukui“ zurück - und sind der Zeit wieder mal voraus. Elena Lange, die zuletzt längere Zeit in Japan (nämlich in Fukui) wohnte, hat sich mit der Landessprache offenbar gut arrangiert. Logische Konsequenz: Sie singt nun japanisch. Das scheint ganz passend zu sein. Stella-Songs hatten schon immer etwas von der Überdrehtheit zeitgenössischer japanischer Popkultur, eine Überdrehtheit, die in etwas mündete, was man später Elektroclash oder –punk nannte und seit einiger Zeit schwer angesagt ist. Man denke an Indie-Gassenhauer wie „OK, tomorrow I’ll bei perfect“!
Doch schon der Blick aufs Cover verrät, dass Stella, nun eigentlich auf der Höhe der Zeit, den Trend nicht mitmachen wollen. Kein Hello Kitty-Verweis, keine Neonfarbe, sondern ein reduziertes, abstraktes Bild in harmonischen Naturfarben, das eher an die traditionelle japanische Tradition anknüpfen will, ziert das Cover. Und tatsächlich: Die neuen Songs (Tracks?) haben etwas Kontemplatives, Zurückhaltendes, Reduziertes. Konsequenterweise fehlen Gitarren (fast) völlig, es dominiert sachlicher Beat und elektronisches Gezirpse. (Womit wieder der Bogen zur Moderne gespannt wird.)
Und im Ergebnis ertönt Musik, die ihre Wärme aus den live gespielten Instrumenten (z.B. Klavier!) bezieht. Tja, und was soll ich sagen? Sie klingt eben nicht wie erwartet. Aber sehr schön, elegant und spannend. Wäre der Begriff „Weiterentwicklung“ nicht so arg überstrapaziert, hier wäre er mal wirklich treffend.
Stella - Fukui (Snowhite / Universal)


