Splinter Cell Conviction (XBox 360)

07.05.2010 - 10:17 Uhr - markus
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Das mittlerweile fünfte Abenteuer des Vorzeige-Agenten Sam Fisher wurde mehrmals verschoben, da Ubisofts Stealth-Game eine Neuausrichtung erhalten sollte. Doch Fans der Vorgängerspiele können beruhigt sein: auch wenn der Action-Anteil deutlich nach oben geschraubt wurde, bleiben Schatten und Dunkelheit gute Freunde des Agenten.

Doch worum geht’s eigentlich? Sam arbeitet nicht mehr für seinen bisherigen Arbeitgeber Third Echolon, sondern macht sich allein auf die Suche nach den Mördern seiner Tochter. Dabei kommt alles ganz anders als gedacht und bald findet sich Sam inmitten einer bedrohlichen Verschwörung wieder. Die Story wird dabei in Rückblenden erzählt und erinnert so an TV-Serien wie Lost. Dazu kommt, dass sämtliche Missionsziele nicht mehr fade im Menü-Bildschirm stehen, sondern ähnlich wie in der Serie Fringe auf die Umgebung projiziert werden.

Die Konzentration auf Sams Privatleben macht aus dem ehemals eindimensionalen Agenten einen vielschichtigen Charakter, was dem Spiel mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Vor allem dann, wenn es um den Einsatz seiner Fähigkeiten geht, denn diese setzt er rücksichtslos ein, um an sein Ziel zu kommen. In erster Linie ist das natürlich das Vorgehen im Verborgen. Meist gilt es bei den abwechslungsreichen Missionen bewachte Gebäude zu infiltrieren. Dabei kann Sam wie gewohnt an Rohren und Fassaden hochklettern (und sich von dort auf Gegner fallen lassen), von Deckung zu Deckung huschen oder mittels Spiegel unter Türen durchsehen. Optisch coole Neuerung: statt einer Sichtbarkeits-Anzeige im Display verfärbt sich jetzt die Grafik schwarzweiß, wenn ihr für Gegner nicht sichtbar seid. So getarnt könnt ihr Gegnern unbemerkt nahekommen und sie dann lautlos ausschalten oder gar als menschlichen Schild verwenden. Durch gelungene lautlose Eliminierungen ladet ihr das neue „Mark & Execute“-Feature auf. Damit könnt ihr je nach Waffe bis zu fünf Feinde in Reichweite markieren und auf Tastendruck schaltet Sam diese dann per Feuerwaffe eindrucksvoll aus. Werdet ihr doch mal entdeckt, könnt ihr entweder versuchen wieder in die Dunkelheit zu verschwinden oder ihr nehmt aus der Deckung heraus die Gegner unter Beschuss. Wählt ihr die erste Variante, so wird eine Silhouette eurer letzten Position angezeigt – auf diese konzentrieren sich die Gegner, so dass ihr euer weiteres Vorgehen planen könnt.

Für die Feuergefechte kann Sam auf ein größeres Waffenarsenal zugreifen: neben diversen aufrüstbaren Handfeuerwaffen, MGs und Schrotflinten sind Splitter-, Blend- und EMP-Granaten sehr hilfreich. Hin und wieder gilt es auch, Gegnern Informationen zu entlocken. Dabei geht Sam wenig subtil vor, denn auf Knopfdruck macht euer Opfer Bekanntschaft mit euren Fäusten oder Einrichtungsgegenständen.

Außer der wendungsreichen Einzelkampagne warten noch weitere Herausforderungen auf euch. Der separate Koop-Modus ist quasi ein eigenständiges Abenteuer und lässt euch als russischer und amerikanischer Agent gemeinsam taktisch gegen Terroristen vorgehen. Dabei lenkt einer beispielsweise die Gegner ab, so dass der andere unbemerkt in ein Gebäude schleichen kann. Zudem gibt es noch verschiedene Multiplayer-Modi – ebenfalls für zwei Spieler – und alles ist Online, per Splitscreen oder System Link spielbar. Optisch und akustisch spielt Sams Abenteuer in der obersten Agentenliga und auch die deutsche Synchro ist gelungen und trägt ihren Teil zur packenden Atmosphäre bei.

Fazit: Beeindruckendes Blockbuster-Spiel, das Action- und Schleichparts perfekt ausbalanciert.

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