Red Dead Redemption

28.05.2010 - 10:18 Uhr - markus
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Das neue Werk von Rockstar Games, den Machern der GTA-Reihe, versetzt euch in den wilden Westen – oder zumindest in das, was davon übrig blieb. Denn die Geschichte des ehemaligen Gang-Mitglied John Marston spielt zur Zeit, als der Fortschritt langsam Einzug hält. Dass die Zeiten trotzdem hart sind, merkt John, als die Regierung seine Familie festnimmt...

Die Regierung zwingt ihn dazu, seinen ehemaligen Gang-Kollegen Bill Williamson ausfindig und dingfest zu machen.So verschlägt es euch in den fiktiven, frei erkundbaren US-Staat New Austin. Die Mission läuft aber anders als gedacht: Ihr werdet angeschossen und von einer Farmerin gerettet. Wieder auf den Beinen lernt ihr auf der Farm alles Wichtige, um in New Austin zu überleben. Jetzt kann das eigentliche Abenteuer beginnen…

Um das gleich klar zu stellen: Zwar ist das Gameplay ähnlich wie in GTA, jedoch ist Red Dead Redemption kein GTA mit Cowboys, sondern mehr als eigenständig. Genretypisch bleibt es euch überlassen, ob ihr storyrelevante Missionen annehmt oder einfach mal drauf los erkundet. Letzteres ist hervorragend umgesetzt, denn auch wenn die Story noch so spannend ist, so werdet auf dem Weg zur nächsten Mission immer wieder auf zufallsgenerierte kleine Abenteuer treffen, die euch in die riesige Welt von New Austin hineinversetzen. Seid ihr etwa mit dem Pferd unterwegs zu einem Auftrag, trefft ihr auf Fremde, die euch um allerhand bitten: manche wollen eine „Mitreit“-Gelegenheit, andere wollen Unterstützung bei der Rettung ihrer entführten Frau und wieder andere bieten ein Wettschiessen an oder fordern euch zum Duell etc. pp.

Wollt ihr mal nicht per Pferd oder zu Fuß den nächsten Auftrag in Angriff annehmen, könnt ihr auch auf kostenpflichtige Postkutschen umsteigen. Abseits der Haupthandlung wartet unter anderem die Möglichkeit auf euch Glücksspiele (z. B. Pokern, Würfeln) zu zocken, Geschicklichkeitswettbewerbe wie Hufeisenwerfen zu absolvieren, Wildpferde mit dem Lasso einzufangen und zuzureiten, gesuchte Banditen zu schnappen, Nachtwache auf einer Farm zu halten oder Rinder zusammen zu treiben. Oder ihr sammelt Kräuter in der Prärie, jagt Wildtiere, sucht Schätze – die Möglichkeiten scheinen unendlich.

Bei all diesen Tätigkeiten werdet ihr entweder Monetär entlohnt oder euer Ruf (Ruhm und Ehre) verbessert sich. Je besser euer Ruf, desto mehr haben die örtlichen Händler für euch im Angebot. So könnt ihr beispielsweise euer verdientes Geld in Waffen, Umgebungskarten, Medizin, Munition oder Klamotten investieren. Natürlich könnt ihr auch auf Ruhm und Ehre pfeifen und euch wie ein wahrer Outlaw verhalten. Dadurch wird aber ein Kopfgeld auf euch aufgesetzt, was die Sheriffs und Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Erst wenn ihr an Telegrafenstationen das Kopfgeld bezahlt oder in den Besitz eines Begnadigungsschreiben gelangt, könnt ihr wieder unbedarft umherziehen.

John Marstons Abenteuer spielt sich in der 3rd Person-Perspektive, die Steuerung ist dabei gelungen und präzise – auch und vor allem beim Reiten. Bei Shoot-outs mit Banditen geht John per Knopfdruck hinter dem nächsten Felsen in Deckung. Zwar ist die Gegner-KI nicht übermäßig hoch, aber wer nicht aufpasst, beisst schneller ins Gras, als er seinen Colt ziehen kann. Die Story des Ex-Banditen, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird, ist zwar nichts Neues, aber durch die famose Inszenierung, die Seitenhiebe auf den „american way of life“ und das fantastisch aussehende New Austin wird dies mehr als wettgemacht.

Damit nicht genug: Der umfassende Online-Multiplayer-Modus überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Schließt euch in Gangs zusammen und überfallt Banken, bringt bei Capture the Bag einen Geldsack in Sicherheit oder hebt gemeinsam Bandenverstecke aus.

Ok, zu bemängeln gibt es natürlich auch was. Wobei in meinen Augen das größte Ärgernis ist, dass ihr auf dem Weg zu einem Auftrag so von den Möglichkeiten abgelenkt werdet, dass ihr vergesst zu speichern und dann irgendwann den virtuellen Löffel abgebt. Dann sind dummerweise alle gesammelten Gegenstände weg – also: immer ans Speichern denken!

Fazit: Wow, was für eine Spielewelt, was für Möglichkeiten, was für eine Grafik – Red Dead Redemption ist Western pur und für mich schon jetzt das Spiel des Jahres.

Red Dead Redemption ist für XBox360 und PS3 erschienen.

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