Letzte Nacht in Twisted River
Über fünf Jahrzehnte umspannt darin die Geschichte des Autors Danny Baciagalupo und dessen Vaters, dem Koch Dominic. In einem Flößercamp im Norden Neuenglands 1954 beginnt, was nach einer tragischen Verwechslung in ein lebenslanges Versteckspiel vor einem gewalttätigen Polizisten mündet. Dass die Hauptfigur Danny den Leser seltsam unberührt hinterlässt und der engste Vertraute der Flüchtenden, ein ebenso zupackender wie herzlicher Flößer namens Ketchum, zu einer der spannendsten Figuren wird (übrigens einer der besten Irving-Charaktere überhaupt), zeigt schon, dass der sich sehr eng an Irvings eigene Biographie anlehnende Roman nicht dessen stärkster ist. Als Suchspiel geeignet, aber zu weitschweifig angelegt, selbstverliebt in klassischen Irving-Mustern verlaufend, die aber ihr eigenes Versprechen nicht einlösen und trotz den 50 Jahren, die der Autor hier durchmisst, geschieht sehr wenig. Auch wenn viel erzählt wird über das Werden eines Schriftstellers, die Flößerei und internationale Küchenkunst.
John Irving aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog
736 Seiten
Diogenes, 26,90 Euro


