Lebendig begraben
Anhand von erschreckenden Schicksalsberichten (teilweise läuft es einem tatsächlich eiskalt den Rücken runter) zeigt Autor Franz Hartmann auf, dass der Mensch weit mehr als „nur“ Materie ist. Eine Ansicht, die heute vielleicht banal erscheint. Jedoch ist das Buch bereits vor 110 Jahren erschienen.
Ein Beispiel, um nur einen kleinen Einblick in das Werk zu bekommen: In einem österreichischem Dörfchen ertrank eine Frau. Ihre „Leiche“ wurde auch gefunden. Die Totengräber kamen, um den Leichnam abzuholen. Dabei wurden sie vom Hund der Frau angefallen. Vor lauter Schreck ließen sie den Sarg fallen. Daraufhin erwachte die „Tote“ und lebte lange und gesund weiter.
Hartmann war Theosoph. Er glaubte an die „Dreigeteiltheit“ des Menschen in Körper, Geist und Seele. Daher findet Hartmann seine Erklärungen des Phänomens unter anderem im Spiritualismus und stellt die – damalige – Schulmedizin in Frage, zumindest was die Feststellung des Todes angeht. Auch wenn es sich um alte Aufschriebe handelt, die medizinisch nicht mehr brandaktuell sind, ist „Lebendig begraben“ immer noch ein lesenswertes Werk, das erschüttert. Denn auch heute noch gibt es Vorfälle des Scheintodes. Der Autor widmete das Buch den Feuerbestattern.
Franz Hartmann (* 1838 Donauwörth, † 1912 Kempten): Lebendig begraben; U-Books, 144 Seiten, 14,95 €


