Knochenarbeit

06.09.2010 - 14:00 Uhr - wog
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Wie ist das eigentlich in so einer ganz normalen Fabrik, wo Sachen hergestellt werden, die vor allem billig sein müssen, Arbeiter schlecht bezahlt werden und das Betriebsklima eher bescheiden ist? Als Ferienjob haben das wohl viele kennengelernt. Dass sich ein Akademiker das ein Jahr lang antut, ist selten.

Der Soziologe Frank Hertel hat es trotzdem gemacht. Aus Geldmangel. Weil er nichts anderes gefunden hat. Und es war für den äußerst meinungsfreudigen Autoren eine heilsame Erfahrung. Mit „Knochenarbeit” hat er keine wallraffsche Enthüllungsgeschichte geschrieben, sondern ein engagiertes Plädoyer für einfache Arbeit und gegen übertriebenes Anspruchsdenken, für eine Notwendigkeit von oben und unten und gegen einen gluckenhaften Sozialstaat. Das ist in Stakkato-Sätzen, die wie Axthiebe auf den Leser herunter donnern, radikal streitbar vorgetragen, manchmal fast zu hemdsärmelig krass und sorgt deshalb sicher für Diskussionen – und das zu Recht.
Frank Hertel
208 Seiten
Hanser, 14,90 Euro

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