Buch des Monats: Das Matratzenhaus
Wobei „Krimi” nur bedingt richtig ist. Vom klassischen, glatt aufgehenden Täter-Such-Puzzle ist hier nämlich wenig übrig geblieben. Hochgatterer macht das literarisch kunstvoller und weniger eindeutig mit hart aneinander gesetzten Kapiteln aus den begrenzten Perspektiven der Akteure. Im vorliegenden Fall sich häufender Kindsmisshandlungen und des mysteriösen Todes eines Bauarbeiters verdichtet sich das anfänglich nur mulmige Gefühl der Alltäglichkeit des Bösartigen hinter bürgerlich sauberen Fassaden zur fast schon physisch spürbaren Beklemmung. Das erfordert etwas mehr Anstrengung als gängige Krimikost, hält aber viel länger vor. Versprochen!
Paulus Hochgatterer 294 Seiten Deuticke, 19,90 Euro


