Über den Wolken . . .
Neresheim-Elchingen. Das alle zwei Jahre stattfindende Flugplatzfest zieht wieder über 12 000 Besucher in seinen Bann. Die Parkplätze sind belegt, gerne
bezahlt man seinen Obolus, um die Flugschönheiten am strahlend blauen Härtsfeldhimmel zu bewundern, Segelflieger tanzen zu sehen, Motorkunstflug und Segelkunstflug zu bewundern. Bei so viel Technik und spezieller Luftfahrtkunde ist es wichtig, dass die Besucher die Information leicht und doch sachverständig serviert bekommen. Die Moderation der Verantwortlichen des Luftsportrings Aalen ist dabei so überragend wie das Programm selbst. Die Stunden vergehen im Flug – beim Auftritt des Flugevergreens, der geliebten „Tante Ju“ etwa, wie die legendäre Ju 52 genannt wird. Wer die Nostalgie und das so typische Vibrieren und Dröhnen am eigenen Körper verspüren will, gönnt sich einen Rundflug mit der beliebten und historischen Flugschönheit. Flugplatzfest heißt sehen, staunen, genießen, der Small-Talk und das Fachsimpeln kommen dabei nicht zu kurz. Ein Blick auf die Autonummern auf Wiesen und Stoppeläckern lässt leicht erkennen, dass die Attraktivität des Flugplatzfests längst überregionalen Charakter gefunden hat.
In der Fokker-Werkstatt von Achim Engels gibt es eine außergewöhnliche Show.
Engels präsentiert mehrere Fokker aus der Zeit zwischen 1910 und 1918. In der Halle zwei geben sich die Fokker-Spezialisten die Hand. „Was hier an Flugtechnik und Historie geboten wird, ist schon allein das Kommen wert“, sagt Ulrich Elser, der aus Heubach-Lautern zum Flugplatzfest gekommen ist. Eine interessante Bilder-Show weist den Weg in die Historie. Derweil stehen die Besucher Schlange, um einen Segelrundflug für zehn Euro zu buchen. Kaum Pause beim Nonstop-Programm. Vier Fallschirmspringer legen nach einer butterweichen Landung ein Landekreuz aus. Die Bedingungen fürs Fallschirmspringen sind geradezu ideal. „Die Sonne ist der Motor, die Kaltluft das Benzin“, sagt der Moderator. Ein Schulungsdoppelsitzer zeigt Auf- und Abschwünge. Ein Kleinhubschrauber, der seinen Vorschub ausschließlich durch einen kleinen Propeller erhält, versetzt die Besucher ins Staunen. Motorkunstflug wird ebenso geboten wie die aus den fünfziger Jahren stammenden Zlin-Flugzeuge. Eine Oldtimerflugschau mit nostalgischen Fliegern sorgt für ein vibrierendes Fliegerevent.
© Schwäbische Post 05.09.2010

