Ein Auf und Ab der Gefühle

07.09.2010 - 09:48 Uhr - SP_GT
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Die Nu-Metalband Limp Bizkit hat am Freitag, 3. September, Halt in der Stuttgarter Porsche-Arena gemacht. 4500 Zuschauer freuen sich über ein gut eineinhalbstündiges Konzert mit fast nur alten Klassikern.

Stuttgart. Die Porsche-Arena ist nur im Innenraum ausverkauft. Auf den Rängen ist gut jeder zweite Sitzplatz frei. Das mag auch daran liegen, dass die Band schon seit einem halben Jahr ihr neues Album „Golden Cobra“ veröffentlichen will. Den Anfang macht ein DJ, der die Menge mit Evergreens und Remixes bei Laune hält. Mit gut einer Viertelstunde Verspätung wird der Bühnenraum in blaues Licht gehüllt, und die Bandmitglieder betreten nach und nach die Bühne. Als Fred Durst zwischen Schlagzeug und Lautsprecherboxen hervortritt und „Stuttgart“ brüllt, geht ein riesiger Aufschrei durch die Halle. Mit „Why try“ folgt als erster Song gleich ein Titel des kommenden Albums. Der Großteil des Publikums kennt jedoch schon den Text und singt eben so lauthals mit wie zu den Klassikern „My Generation“ und „Rollin’“.

Stimmung fällt schlagartig

Doch dann fällt die Stimmung in der Halle schlagartig. Nicht ganz unschuldig daran ist Frontman Fred Durst. Dieser steht am Bühnenrand und fragt das Publikum mehrmals, was es denn hier mache, um sich zu amüsieren. Viele Zuschauer schauen sich fragend und verdutzt an. Die Fans fragen sich, welcher Wurm ihm wohl über die Leber gelaufen ist. Aber Durst weiß, wie er das Ruder wieder herumreißen kann. Kurzerhand hüpft er in den Bühnengraben. Auf seinem Weg zum zweiten Wellenbrecher klatscht er bei den Fans ab und klettert schließlich auf das Geländer des Wellenbrechers. Er steht nun fast in der Mitte der Halle, und die Sicherheitsbeamten haben Mühe, den Sänger vor der drückenden Masse des Publikums zu schützen. Nun wird „Eat you alive“ auf das Stuttgarter Publikum losgelassen, das wieder freudig mitrockt. Auf dem Weg zurück zur Bühne stimmen die Jungs um Fred Durst den Klassiker „My Way“ an. Als im Anschluss „Break Stuff“ gespielt wird, hat man das Gefühl, die Wände wackeln, weil alle im Innenraum auf- und niederspringen. Doch die energiegeladene Stimmung kommt schon beim nächsten Song zum Erliegen. „Walkin Away“, ein Lied das auch auf den neuen Platte zu hören sein wird, ist den Fans etwas zu ruhig. Da hilft auch der nächste Song, „Behind Blue Eyes“, nicht, denn nun ist es ruhig in der Porsche-Arena geworden. Als es dann noch eine fünfminütige Pause gibt, sind manche Fans etwas niedergeschlagen. Denn so wollen sie nicht nach Hause entlassen werden. Als die Band wieder die Bühne betritt, gibt sie nochmals alles. Mit den Liedern „Hot Dog“ und „Take A Look Around“ ist die Stimmung auf dem Zenit angekommen.

„Best of“-Konzert

Aber schon beim nächsten Lied gibt es wieder einen Dämpfer. Als ein Fan die Bühne stürmt und mit dem Sänger tanzt, legt Fred Durst ihn gekonnt auf die Matte und spricht wohl deutliche Worte zu ihm. Sicherheitsbeamte führen den Fan ab. Durst sagt dem Publikum klipp und klar, dass ihm solche Aktionen nicht gefallen. Doch beim letzten Titel ist alles vergessen. Auch wenn es eher ein „Best of“-Konzert ist als ein Auftritt zum neuen Album – die Zuschauer gehen zufrieden und verschwitzt nach Hause.

© Schwäbische Post 06.09.2010

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