„Skandal-Ausstellung“ im Ostalbklinikum Aalen
Hier schreibt er, dass sich die Menschen aufregen und sogar Herzinfarkte bekämen, wenn sie die Bilder von Vanini sehen. Außerdem berichtet er über ein Ehepaar, das eine Anzeige gegen das Ostalbklinikum erstattet habe. Grund dafür sei die Nacktheit, die auf den Bildern dominiere.
Die drei leicht bekleidete Jungfrauen sind für Dieter Geissbauer zu viel Nacktheit im Ostalbklinikum in Aalen.
Diese angebliche Anzeige war Anlass für uns mit der Pflegedirektion des Krankenhauses zu sprechen. Nach Aussagen der Direktion liegt keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen vor und bisher gab es nur positives Feedback über die Ausstellung. Bei einem Gespräch mit Angela Vanini erklärt sie uns, dass das Thema Nacktheit immer zerreißbar ist und die Meinungen spaltet. Dass zu Zeiten von Da Vinci und Rubens die Nacktheit auch schon ein beliebtes Motiv war, ging wohl an Dieter Geissbauer vorbei; ebenso wohl auch, dass zum Körper einer Frau nun mal Brüste gehören. Der Redakteur schreibt außerdem: „Wer diese Ausstellung in einem Gebäude erlaubt hat wo Leben und Tod dicht beieinander sind und die Lust zu weichen hat, der sollte fristlos wegen Pietätlosigkeit entlassen werden.“ Da stellt sich für uns die Frage „Kam Dieter Geissbauer denn mit Kleidung auf die Welt? Hatte seine Mutter keine Brüste und wurde er deshalb mit der Flasche aufgezogen? Und seine eigenen Kinder etwa auch? Hätte Dieter Geissbauer besser recherchiert und sich mit der Kunst befasst, so wüsste er, dass die Anatomie des Menschen ein wichtiger Bestandteil eines Kunststudiums ist.
„Meine Bilder sind doch keine Pornographie“, so Angela und fügt hinzu: „Ich habe einem sechsjährigen Jungen nach seinem Lieblingsbild gefragt – er zeigte prompt auf das Bild mit den drei leicht bekleideten Jungfrauen.“ Auf die Frage, was sie von dem Artikel von Geissbauer hält, antwortet Angela kurz und knapp „Er hat ein Tabu mit sich selbst. Meine Bilder sollen Horizonte erweitern und bilden.“ Das hat Geissbauer scheinbar noch nicht begriffen und Kunst liegt ja zum Glück immer im Auge des Betrachters.

