“Es ist rutschig”: Video zum Eispark und Interview mit Organisator Herr Zahn

24.02.2009 - 11:12 Uhr - tu
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94 Tage Eisspaß in Aalen finden am 1. März ein – vorläufiges? – Ende. Wie schön’s war, dokumentiert ein Video, gedreht an einem der sonnigsten Tage im Februar. Außerdem sprach XAVER mit Organisator Tobias Zahn von der Eventagentur Circle of Dreams über den Erfolg des Eisparks, weitere Aussichten und besondere Vorkommnisse.

VON LARISSA HÜBENER UND TOBIAS ULLERSPERGER

 Xaver (X): Herr Zahn, wie ist ihr Fazit zum Eispark in Aalen ?
 
Herr Zahn (Z): Sehr gut. Dafür, dass es jetzt lange Zeit in Aalen kein Eislaufen mehr gegeben hat, war der Eispark wieder ein guter Einstieg in das Thema und mit fast 27.000 Besuchern ist das natürlich schon ganz ordentlich. Wir haben jetzt noch die Faschingsferien vor uns und hoffen, dass wir 30.000 Besucher noch schaffen (das Gespräch fand am 18. Februar statt, d. Red.). Zwischen 27.000 und 30.000 Besuchern war das Ziel und da sind wir jetzt schon ganz gut dabei.

X: Kann man die Besucher des Eispark auf eine bestimmte Zielgruppe festlegen?
 
Z: Querbeet. Die Älteste, die auf dem Eis war, war Ende 80, das war wirklich sensationell. Viele haben sich auf die Eishalle bezogen, da eben viele früher dort gelaufen sind. Überhaupt hatte Aalen viele Eisweiher im Zentrum, das wusste ich vorher gar nicht. Die Jüngsten sind vielleicht zwei Jahre alt. Klar: Eine Zielgruppe ist schon die Familie.
 
X: Auch Schulklassen oder?
 
Z: Klar, wir haben auch Schulklassen, Vereine, Firmenveranstaltungen. Wir hatten aber auch Zeiten, wo nur Einzelne da waren, die für sich das Eis haben wollten.
 
X: Da gab es doch dieses Spezialangebot: Familie mit sechs Kindern erhalten freien Eintritt. Ist das mal angenommen worden?
 
Z: Leider nicht. Es gab Versuche, zum Beispiel an Kindergeburtstagen: „Das sind alles meine Kinder!“, aber da musste man halt sagen, dass das Kind einem aber nicht sehr ähnlich sieht. Und dann war es doch der Sohn vom Nachbarn und das gilt leider nicht.
 
So eine richtig große Familie mit allem drum und dran hatten wir leider nicht. Ich glaube, das meiste waren vier oder fünf Kinder. Aber wir werden auf jeden Fall an dem Angebot festhalten.
 
Was wir oft hatten, waren Dauerkartenfahrer. Das hätte ich nicht gedacht, dass so viele eine Dauerkarte kaufen. Aber die haben wirklich gesagt: „Für uns lohnt sich das optimal.“
 
X: Wie war es denn bei der Radio7-Eisdisko, da war ja das Wetter, höflich formuliert, nicht so doll?
 
Z: Da hatten wir echt Pech. Aber für die, die da waren, war es gut. Stimmungsmäßig wirklich genial. Wenn da ein DJ kommt, dann ist das immer super. Wenn der dann mit den Leuten arbeitet, T-Shirts vergibt, Lichteffekte einstreut und so weiter, da sind die Leute voll dabei. Wobei ich mir da schon wesentlich mehr Leute gewünscht hätte.
 
X: Aber das Wetter war eben eine Katastrophe. Was wurde dann da für Musik gespielt?
 
Z: Querbeet, aber schon auch aktuellere Sachen.
 
X: Da waren dann eher junge Leute da?
 
Z: Sagen wir mal zwischen 18 und 25.
 
X: Wie ist denn eigentlich so die Stimmung unter den Nachbarn, weil es sind ja schon auch Wohnhäuser in der Nähe?
 
Z: Klar, das gab es schon mal, daas da jemand nicht einverstanden war. Bei der Disko war es mehr, weil bis 24 Uhr die Genehmigung vorlag. Und ich versteh’ das schon, wenn man da nebenan wohnt und Musik bis in die Nacht rein gespielt wird, da ist es schon schwierig.
 
X: Also ab und an kamen dann doch Beschwerden. Hat man das vorher schon einkalkuliert?
 
Z: Wir hatten eine Bürgerversammlung vor dem Ganzen, mit allen Anwohnern die sich informieren wollten. Wir haben Zusagen gemacht und alle eingehalten. Obwohl wir es kommuniziert hatten, gab es ein bisschen Schwierigkeiten.
 
Der stärkste Tag war ein Sonntag, da waren 1.400 Besucher auf dem Eis und da ist es halt laut. Der Grundpegel ist dann schon so wie im Supermarkt, da hat man einen EDEKA in seinem Wohnzimmer.
 
X: Gab es den auch irgendwelche Vorfälle, dass mal der Krankenwagen kommen musste oder so?
 
Z: Das hört sich jetzt blöd an, aber das gab es schon ziemlich oft. Klar, dass da mal irgendjemand ausrutscht. Das Schlimmste war ein Bruch von einem Fuß oder Arm. Es ist Eis, es ist rutschig. Und prompt haut es einen hin, der fällt halt dumm und bricht sich etwas.
 
X: Gab es Schlägereien?
 
Z: Nein, gar nicht.
 
X: Probleme mit Besoffenen?
 
Z: Wir machen ja keine Partys in dem Sinne, weder wir noch die Stadt. Es ist eine städtische Veranstaltung, um das zu betonen. Eine absolut seriöse Veranstaltung. Eine Stadt lässt sich da nur darauf ein, wenn es ein sicheres Fundament gibt. Circle of Dreams ist nicht der Veranstalter, sondern der Organisator, der Hinweis ist mir ganz wichtig.
 
X: Waren auch Leute von außerhalb Aalen da?
 
Z: Heidenheim, Gmünd, Ellwangen, so der ganze Ostalbkreis. Mit Sicherheit weiß ich auch Nördlingen, teilweise aus Ulm. Wir haben ganz bewusst sehr großflächig Plakatwerbung gemacht, im ganzen Umland, Dinkelsbühl, Crailsheim...
 
Es war zum Beispiel eine Jugendgruppe aus dem Dinkelsbühler Raum da, die waren dann 15 Leute, sind mit dem Zug her gefahren und sind hoch gelaufen. Oder eine Hauptschule aus Dillingen.
 
X: Wie lange dauert eigentlich die Vorbereitung für eine Attraktion dieser Größe?
 
Z: Darf man eigentlich gar nicht sagen. Wir hatten für die Umsetzung dreieinhalb Wochen Zeit. Wir haben am 3. November den Auftrag von Gemeinderat und Stadtverwaltung bekommen und am 28 November war die Eröffnung.
 
Wir haben eigentlich alles gemacht, also die Stellenausschreibung, die ganzen technischen Sachen und so weiter...
 
Normalerweise braucht man länger, aber ich mache seit über sieben Jahren diesen Job und habe sechs feste Mitarbeiter. Außerdem habe ich eine Grundruhe in mir drin, wo ich merke, ob was funktioniert oder nicht. Aber das war natürlich schon eine Herausforderung, so was macht man eher selten. Aufbau, Dienstleister, Lieferanten... es ist schon einiges. Es sind ja 50 bis 60 Partner, die da mit drin hängen. In der kurzen Zeit merkt man auch so Sachen, die man nächstes Jahr anders machen muss oder verfeinern.
 
X: Das ist jetzt ein gutes Stichwort: Wie sind denn die Pläne für 2009?
 
Z: Da muss man erst mal politische Entscheidungen abwarten, das wird dann im März oder so auf den Tisch kommen, Gemeinderat, Verwaltung und dann sieht man mal weiter.
 
X: Wie ist so ihre eigene Einschätzung?
 
Z: Dieses Jahr war sehr gut. Wie gesagt, ich warte jetzt einfach mal den März ab.
 
X: Sagen Sie, Sie würden es gerne noch mal machen?
 
Z: Man muss immer jedes Jahr von Projekt zu Projekt planen. Wir haben das super hinbekommen und das Interesse ist da.
 
X: Fällt Ihnen noch eine nette Anekdote vom Eisspark ein?
 
Z: Es gibt wirklich viel zu erzählen. Wir haben auch ein Tagebuch da, wo man solche Anekdoten aufschreiben kann. Ich fand witzig, dass die zwei Frauen, die das da oben komplett schmeißen, irgendwann ankamen und meinten, sie haben jetzt die Pinguine getauft...
 
Oder ein tschechischer LKW-Fahrer. Kein Wort deutsch, kein Wort englisch. Bis er mal zu uns gefunden hat, war schon schwierig. Der Greut liegt ja nicht so zentral. Er kam, um die Eisreinigungsmaschine vorbei zu bringen. Die wiegt halt fast 4 Tonnen. Und dann kein Kran oder Stapler vor Ort. Und er musste weiter auf den nächsten Termin. Das hat er uns dann versucht, irgendwie verständlich zu machen. Was macht man da jetzt? Da haben wir dann von einem Bauunternehmen aus Ellwangen einen riesigen Kran kommen lassen...
 
X: Herr Zahn, wir danken für das Gespräch.

 

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