Matschwiesenfestival (again!)

Alter Ego

Besser spät als nie – kurzer Nachbericht zur 19. Auflage des Obstwiesenfestivals am letzten Wochenende. Gummistiefelwetter war leider mal wieder in Dornstadt angesagt, auch wenn reichlich Stroh auf der Wiese die schlimmste Schlammschlacht verhindern konnte. Der angesagte Dauerregen am Freitag blieb aus – feucht war's aber trotzdem. Dementsprechend überschaubar blieb leider das Publikum. Wer sich dennoch aufraffte, dem Gelände am Containerhafen einen Besuch abzustatten, wurde mal wieder mit erstklassigem Programm belohnt.
Allerspätestens als das elektropoppunkige „Grossstadtgeflüster“ rief, war die trübe Stimmung vergessen und Feiern angesagt. Einen wahnsinnigen Stilmix und eine astreine Performance lieferten die norwegischen „Kakkmaddafakka“ ab, die das Zeltpublikum auch dank eigenwilliger Tanzeinlagen in Windeseile auf ihrer Seite hatten. Auf „FM Belfast“ aus Island hatte ich mich persönlich besonders gefreut. Leider wollte zumindest bei mir der Begeisterungsfunke irgendwie nicht so richtig überspringen. Keine Ahnung, wieso. Vielleicht wäre mir da eine intimere Clubatmosphäre lieber gewesen. Das hielt die Zuschauer vor der Hauptbühne aber trotzdem nicht davon ab, ordentlich abzugehen. Eine überzeugende Live-Umsetzung ihres melancholischen Wohlfühl-Indietronic-Sounds lieferten anschließend „Lali Puna“ mit einer ungefilterten, da vocoderlosen Valerie Trebeljahr am Mikrofon und einer respektablen Leistung am Schlagzeug. Den Abschluss am sehr elektrolastigen Freitag machten die Audio Bullys aus London, bevor der Yeah! Club zur Aftershow-Party lud.

Der Samstag zeigte sich dann zumindest von oben von seiner trockenen Seite. Zu fortgeschrittener Stunde knüpften „Bang Bang Eche“ aus Neuseeland auf der Zeltbühne dort an, wo „Kakkmaddafakka“ am Vorabend aufgehört hatten. Der wohl subversivste Act des Abends präsentierte sich erneut im Zelt in Form des Duos „Rocket Freudental“. Mit im Gepäck: ein Kofferschlagzeug - Metall und Hartschale. Eine kurze Verschnaufspause boten „Das Pop“ aus Belgien mit fluffig solidem Gitarren-Pop, bevor der Wahnsinn im Zelt seinen Lauf  nahm. Monotonix aus Israel spielten nicht auf der Bühne, sondern mit wechselnden Standorten mitten im Publikum im Auge eines Mosh Pits. Da kann schon mal der Schlagzeuger im Getümmel verloren gehen: „Where are the drums?“ Die aufgeheizte Stimmung problemlos aufgreifen konnte anschließend der  „Pferdemarkt“ des Labels Audiolith, das aus seinem Stall „Saalschutz“ und „Egotronic“ auf die Zuschauer losließ.

Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter trotz des durchwachsenen Wetters dieses Jahr nochmal finanziell über die Runden kommen, damit wir 2011 die 20-jährige OWF-Party bei perfekt sonnigem Sommer-Wetter feiern können!

Ein paar Bilder vom Samstag gibt’s hier.
 

 

 


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